Hückelhoven: DGB traditionell am 1. Mai an Schacht 3

Hückelhoven : DGB traditionell am 1. Mai an Schacht 3

Als sich der 2009 gegründete Heinsberger Kreisverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Jahr 2011 für Hückelhoven und dort für das Gelände der früheren Zeche Sophia-Jacoba als Schauplatz für seine Veranstaltung am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, entschieden hatte, da tat er dies ganz bewusst, so der DGB-Kreisvorsitzende Willi Klaßen, werde doch vom Förderverein Schacht 3 mit dem Erhalt des Industriedenkmals auch an die Leistungen von vielen Tausend Arbeitnehmern erinnert, die früher auf der Zeche tätig gewesen seien.

Dieses Engagement gelte es zu würdigen. Daraus ist inzwischen schon eine Tradition geworden: Nunmehr bereits zum achten Mal in Folge lädt der DGB unter dem Motto „1. Mai — Schacht 3 — sei ­dabei!“ nach Hückelhoven ein.

In diesem Jahr sollen die letzten beiden deutschen Steinkohle-­Zechen in Bottrop und Ibbenbüren geschlossen werden. Und gerade deshalb will der DGB mit seiner Mai-Veranstaltung in diesem Jahr an die Schließung der Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven vor 21 Jahren erinnern. Erinnert werden soll an die Tradition des Zusammenhalts und des gemeinsamen Einsatzes für die Rechte der Arbeitnehmer. „Denn nur wer sich solidarisiert, kann auch die Zukunft erfolgreich gestalten“, heißt es in der Einladung.

„Wir als DGB-Kreisverband Heinsberg unterstützen mit Nachdruck den Aufruf des DGB auf Bundesebene zum Tag der Arbeit 2018“, erklärte der DGB-Kreisvorsitzende, Willi Klaßen. Die Große Koalition habe sich für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einiges vorgenommen. Aber das reiche nicht, so der DGB in seinem Aufruf. „Wir wollen mehr soziale Gerechtigkeit, mehr solidarische Politik, mehr Förderung der Vielfalt. Wir werden die Bundesregierung drängen, die politischen Weichen in die richtige Richtung zu stellen: Solidarität statt gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung, klare Kante gegen Rassismus und extreme Rechte.“

Die Veranstaltung am Dienstag, 1. Mai, an Schacht 3 an der Sophia­straße beginnt mittags um 13 Uhr mit dem Erbsensuppen-Essen. Nach dem Grußwort des Hückelhovener Bürgermeisters Bernd Jansen (CDU) um 14 Uhr werden Detlef Stab, der Vorsitzende des Fördervereins Schacht 3 und frühere stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Sophia-Jacoba, Friedhelm Georgi, der ehemalige Bezirksleiter der damaligen Industriegewerkschaft Bergbau und Energie, Monika Rother als Vertreterin der Fraueninitiative sowie Pastoralreferent Johannes Eschweiler als Vertreter der Kirche im Gespräch mit dem Moderator, Regionalredakteur Dieter Schuhmachers, zurückblicken auf den Kampf um Sophia-Jacoba, der 1991 in den dramatischen Tagen des Monats November gipfelte, als dem spektakulären Untertageprotest der Kumpel der Schließungsbeschluss für das Jahr 1997 folgte.

„Wir haben nicht erreicht, was wir wollten, aber wir haben mehr erreicht, als andere wollten.“ Dies sagte damals der Betriebsratsvorsitzende von SJ, Franz-Josef Sonnen, der 2012 gestorben ist. Zwei ehemalige Bergleute — Ludwig Gurniak und Reinhard Prüfer — werden bei der DGB-Veranstaltung schildern, wie sie die Schließung von SJ und ihren Wechsel zu einer anderen Zeche erlebt haben.

Am 1. Mai ist an Schacht 3 auch die Bergkapelle Sophia-Jacoba wieder als musikalischer Begleiter dabei. Zuvor wird die Kapelle unter Leitung von Rolf Deckers aber bei ihrem eigenen Konzert zu erleben sein: am Samstag, 28. April, um 20 Uhr in der Aula des Hückelhovener Gymnasiums. Eintrittskarten für das Konzert gibt es im Vorverkauf bei Schreibwaren Hansen.