Nordeifel: Der Wildnis-Trail ist nun ausgezeichnet

Nordeifel : Der Wildnis-Trail ist nun ausgezeichnet

Über diese Auszeichnung freute sich Michael Lammertz ganz besonders, immerhin erhielt sein „Baby“ einen Preis. Der Wildnis-Trail im Nationalpark Eifel wurde am Dienstagmorgen als Projekt der UN-Dekade Vielfalt ausgezeichnet.

Diese Ehre stimmte nicht nur Lammertz, der als Fachgebietsleiter Kommunikation und Naturleben sowie in der Nationalparkverwaltung tätig und Vater des Angebots ist, froh, Mit ihm freuten sich auch Gotthard Kirch (Geschäftsführer Rur-Eifel-Tourismus und Anbieter des Bildungsurlaubs Wildnis-Trail), Cornelia Freuen (Buchungsstelle Wildnis-Trail) und Marion Müller (Sprecherin Nationalpark-Gastgeber). Schließlich waren sie alle an der Entwicklung des Projekts, das seit 2009 im Nationalpark angeboten wird, beteiligt.

Was man sich unter dem Wildnis-Trail vorstellen kann? Ganz einfach: Er ist ein 85 Kilometer langer Wanderweg, der durch die entstehende Wildnis im Nationalpark führt. Von Monschau-Höfen im Süden bis zur nördlichen Sitze bei Hürtgenwald-Zerkall können die Besucher in vier Tagesetappen die Vielfalt der Landschaften und Lebensräume im Nationalpark erleben. Besondere Highlights sind nicht nur die Narzissen-Wiesen und die Seenlandschaft, sondern auch das weite Grasland auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang und die naturnahen Buchen- und Eichenmischwälder im Norden des Nationalparks.

Inspiriert wurde Lammertz durch den Yosemite Nationalpark in Kalifornien. Auch heute noch ist Lammertz von diesem begeistert. „Das war mein bisher intensivstes Naturerlebnis“, war er sich sicher. Zwölf Jahre sollte es allerdings noch dauern bis der Initiator des Projekts seinen Traum umsetzen konnte. Mitte Oktober 2009 war es dann soweit: Seitdem buchten rund 4000 Wildnis-Begeisterte aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich die Tour.

„Es gibt natürlich auch viele, die den Wildnis-Trail auf eigene Faust erkunden“, sagt Cornelia Freuen von der Buchungsstelle. Auch die Möglichkeit des Bildungsurlaubs, der von Gotthard Kirch angeboten wird, besteht und wird intensiv genutzt. Im kommenden Jahr sei dieser bereits ausgebucht, gab Kirch bekannt. Wie viele Menschen den Wanderweg bisher insgesamt nutzten, könne man allerdings, aufgrund der hohen Dunkelziffer, nicht genau sagen. Cornelia Freuen war sich jedoch sicher: „Das ist ein Angebot, das wirklich reizt.“

Und für wen ist der Wildnis-Trail geeignet? Die Gäste seien mindestens genauso vielfältig, wie die Natur, die sie zu sehen bekämen, meinten die Verantwortlichen. „Es sind schon Babys im Schlitten gezogen worden und es gab schon Gäste, die über 70 Jahre alt waren“, sagte Freuen. Manch Wanderer würde den Weg auch als Vorbereitung auf eine größere Tour nutzen und laufe die 85 Kilometer in zwei Tagen.

Ausgezeichnet wurde das Projekt im Heilsteinhaus in Einruhr von Professor Dr. Karl-Heinz Erdmann vom Bundesamt für Naturschutz, Das Jury-Mitglied verkündete, dass man sich einstimmig für das Projekt des Nationalparks entschieden habe. Seine Begründung: Im Nationalpark soll sich die Natur frei und möglichst ohne den aktiven Eingriff des Menschen als Wildnis entwickeln können. Gleichzeitig soll das Schutzgebiet jedoch auch attraktive Naturerlebnisse ermöglichen und Besucher anlocken.

Der Wildnis-Trail mache durch seine Streckenführung deutlich, wie ökologisch sensible Bereiche erhalten werden und zudem die lokale Bevölkerung in ein Projekt mit einbezogen werden kann. „Mit dem Wildnis-Trail hat die Nationalparkverwaltung Eifel ein professionelles und modernes Angebot im Bereich Naturerlebnistourismus geschaffen. Es verbindet Naturschutz und Tourismus in vorbildlicher Art und Weise und trägt dazu bei, in dieser ländlichen Region zusätzliche wirtschaftliche Impulse zu setzen. Ich freue mich, dieses Vorhaben als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt auszeichnen zu können“, sagte das Jury-Mitglied.

(se)