Erkelenz: „Der Todesstoß für die geschlossene Umsiedlung”

Erkelenz : „Der Todesstoß für die geschlossene Umsiedlung”

Professor Horst Ulrich schlägt Alarm: „Alle unsere Umsiedlungspläne können Makulatur sein”, beklagt der Städteplaner aus Aachen, bevor am Samstag im Kaisersaal in Immerath die städtebaulichen Entwürfe für den Umsiedlungsstandort von Immerath, Lützerath und Pesch bei Kückhoven öffentlich präsentiert werden und anschließend der Bürgerbeirat mit der Bewertungskommission einen Favoriten auswählt.

Dieser Vorschlag sollte dann die Grundlage für die zukünftige Planung des neues Ortes sowie für die Stellungnahme der Stadt Erkelenz im Braunkohlenplanverfahren sein.

Doch sieht Ulrich jetzt schon keine Zukunft für die vorliegenden Planvorschläge. Es ist das Verhalten der katholischen Kirche, das ihn an der Umsetzbarkeit zweifeln lässt.

Nach den Erfahrungen der Gemeindeversammlung in Otzenrath am Mittwoch schwant ihm, dass auch die in Erkelenz von der Umsiedlung betroffenen Bürger mit einem gravierenden Verlust rechnen müssen: „In den neuen Orten wird es keine Kirchen mehr geben”, vermutet der Stadtplaner.

Alle Entwürfe für Neu-Immerath gehen aber von einer dominierenden Kirche als zentrale Anlaufstelle aus. Horst Ulrich glaubt, dass mit dem Verlust des Status als eigenständige Pfarrgemeinde, wie in Otzenrath geschehen, die Gemeinschaft auseinander bricht. „Das ist der Todesstoß für die geschlossene Umsiedlung.”

Besonders ärgert ihn, dass bereits ein Drittel des neuen Otzenrath gebaut ist, bevor es zu der kirchlichen Entscheidung gekommen sei, keine neue Kirche zu bauen. Die Eigenständigkeit eines neuen Ortes sei „Quatsch”, wenn der Ort nicht die Struktur des alten erhalte.

„Die zivilgemeindliche und die kirchengemeindliche Infrastruktur sind die eigentliche Klammer des Ortes.” Ohne diese Klammer zerbreche die Gemeinschaft. Damit sei auch die Zielsetzung der geschlossenen Umsiedlung absolut in Frage gestellt.

Das Fazit der jetzigen Entwicklung: Statt Immerath, Lützerath und Pesch entsteht ein neuer Ort, der in seiner gesellschaftlichen Struktur nichts mehr mit dem alten gemein hat.