Kreis Heinsberg: Der neue Regionalvikar Markus Bruns: „Region wird gestärkt“

Kreis Heinsberg : Der neue Regionalvikar Markus Bruns: „Region wird gestärkt“

„Die Region wird damit gestärkt!“ So sieht der Heinsberger Pfarrer Markus Bruns selbst den großen Vorteil der neuen Funktion des Regionalvikars, in die ihn der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser jetzt für die ­Region Heinsberg berufen hat.

Gab es bisher auf der mittleren Ebene zwischen dem Bischof auf der einen und den Gemeinschaften der Gemeinden oder Pfarreien auf der anderen Seite den von einer Wahlversammlung gewählten Regionaldekan, hat der Bischof dieses Statut außer Kraft gesetzt und für jede der acht Regionen im Bistum einen Regionalvikar eingesetzt, der die bisher dem Regionaldekan übertragenen Aufgaben wahrnimmt.

Wie in drei weiteren Regionen des Bistums auch, war die Position des Regionaldekans in der Region Heinsberg vakant — nach dem Ende der Wahlperiode von Gottfried Maria Graaff bereits seit 2015. Aufgrund der Fülle an Aufgaben in der eigenen GdG oder Pfarrei war keiner der priesterlichen Mitarbeiter im Regionalpastoralrat mehr bereit gewesen, sich der Wahl zu stellen.

So hatte sich Bruns bisher die wesentlichen Aufgaben eines Regionaldekans mit Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran aus Wegberg und Thomas Wieners aus Wassenberg geteilt.

„Der Bischof will aber an einer starken regionalen Ebene festhalten und hat daher diese Funktion mit veränderten Rahmenbedingungen geschaffen“, erklärt Bruns, der zusätzlich zu seinem neuen Amt auch Propst von St. Gangolf in Heinsberg, Leiter der GdG Heinsberg-Waldfeucht und nicht residierender Domkapitular im Hohen Dom zu Aachen ist.

Der neue Regionalvikar wird künftig Kopf eines sogenannten Regionalteams sein, zu dem ein vom Bischof ernannter pastoraler Mitarbeiter und ein vom Regionalpastoralrat vorgeschlagener ehrenamtlicher Mitarbeiter gehören.

Vorausgegangen war der Ernennung, von der Bruns übrigens aus dem Generalvikariat ganz modern zuerst über eine Whatsapp-Nachricht erfahren hatte, eine Bitte des Bischofs an alle Priester sowie an die übrigen Mitglieder des Regionalpastoralrates und des Katholikenrates in der Region, ihm einen namentlichen Vorschlag zu machen. Rund 80 Stimmen hätten da zusammenkommen können, weiß Bruns, mehr aber auch nicht. „Es war eine Ernennung unter Würdigung dieser Voten.“

Sicherlich habe es auch Kritik an dieser Vorgehensweise des Bischofs gegeben, räumt Bruns ein. Auf der anderen Seite habe der Bischof aber niemanden in seinem bestehenden Amt durch eine Konkurrenzsituation, hervorgerufen durch eine Wahl, beschädigen wollen. Dass er das ihm übertragene Amt annehmen würde, war für Bruns selbstverständlich.

„Wenn der Bischof mir das zutraut, ist das eine Sache der Loyalität“, sagt er. Sorge, dass er das zusätzliche Amt bei all seinen Aufgaben nicht ausfüllen könnte, hat er auch nicht. „Aber viel Respekt“, fügt er hinzu. „Es hat seinen Reiz, künftig mit überlegen und gestalten zu können, wie sich die Kirche von Aachen neu aufstellt und dabei die wesentlichen Aspekte einer Landregion mit einbringen zu können.“ Hier sei das gemeindliche Leben noch sehr stark, die Dienste der katholischen Kirche seien hier noch sehr gefragt.

Obwohl die Region Heinsberg bisher noch „gute und stabile Zahlen“ vorweisen könne, was die Mitglieder der katholischen Kirche betreffe, sei die Stimmung derzeit dennoch gedrückt. Den Grund dafür sieht Bruns in den aktuell rückläufigen personellen und finanziellen Möglichkeiten, aber auch im schwindenden Engagement von Gläubigen.

„Hier sehe ich mich als eine Art Brücke, vom Bistum in die Region und auch umgekehrt“, betont er. Eine „bittere Pille“ für ihn sei dabei natürlich, dass er künftig so manch seelsorgerische Aufgabe nicht mehr in dem Umfang wahrnehmen könne, wie er das bisher getan habe. Auf der anderen Seite bekommt die GdG Heinsberg-Waldfeucht aufgrund der zusätzlichen Aufgabe ihres Leiters einen zusätzlichen priesterlichen Mitarbeiter sowie einen Gemeinde- oder Pastoralreferenten, die gemeinsam das Pastoralteam der GdG unterstützen werden.

Bis zum 1. Juli soll das neue Regionalteam stehen und zum 1. September seine Arbeit aufnehmen. Ende August oder Anfang September soll es ein Pontifikalamt mit dem Bischof in St. Gangolf geben, bei dem das Team offiziell in sein Amt eingeführt wird.

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