Kreis Heinsberg: Der Nachwuchs nimmt die Plätze der Abgeordneten ein

Kreis Heinsberg : Der Nachwuchs nimmt die Plätze der Abgeordneten ein

Zum zweiten Mal war das Landesparlament in Düsseldorf am Rhein Schauplatz des Jugend-Landtages.

187 Jugendliche nahmen für drei Tage die Plätze der einladenden Abgeordneten ein.

Jessica Leon und Lukas Fothen waren auf Einladung der CDU-Abgeordneten Dr. Gerd Hachen (Erkelenz) und Bernd Krückel (Heinsberg) bei dem abwechslungsreichen Planspiel mit von der Partie. Debattiert wurde über aktuelle Jugendthemen wie Zeugnisse für Lehrer oder Gewalt, Drogen, Cyber-Mobbing und Killerspiele. Dabei hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, das Leben „realer” Parlamentarier nach zu empfinden. Es wurden Fraktionen und Ausschüsse gebildet. Zu den verschiedenen Themen wurde auch die Meinung von Experten eingeholt. Und es fand eine Plenarsitzung im Plenarsaal statt.

Bereits im Vorfeld des zweiten Jugend-Landtages hatten Jessica Leon und Lukas Fothen Gelegenheit, ihre einladenden Abgeordneten sowie die Teilnehmer aus dem Vorjahr, Anna Stelten und Bernd Immens, zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen.

Auf Einladung von Dr. Ruth Seidl (Bündnis 90 / Die Grünen) kam auch der 15-jährige Anton Gebhardt vom Cornelius-Burgh-Gymnasium Erkelenz in die Landeshauptstadt. Er hatte im Kreis Heinsberg erfolgreich beim Projekt „Jugend debattiert” mitgewirkt. „Ich freue mich sehr, dass mein Gast, der ja sein Debattier-Talent schon unter Beweis gestellt hat, nun auch einmal hier im Landtag die Gelegenheit nutzen kann, sich mit anderen auszutauschen und gemeinsam über politische Themen zu diskutieren”, so die Wassenberger Abgeordnete.

Anton Gebhardt sagte zum Thema „Zeugnisse für Lehrer”: „Grundsätzlich sollte die Möglichkeit geschaffen werden, Lehrer zu benoten. Meiner Meinung nach könnten Lehrer in letzter Konsequenz auch entlassen werden. Dies sollte in einem Gremium, dem sowohl betroffene Schüler, Eltern als auch unabhängige Experten angehören, entschieden werden.” Für Anton Gebhardt war der Jugend-Landtag eine völlig neue Erfahrung, da er bisher politisch nicht aktiv war. Besonders spannend fand er an den drei Tagen, dass er einen Einblick in die Abläufe der parlamentarischen Arbeit bekam und viele Jugendliche aus ganz Nordrhein-Westfalen kennenlernen konnte, die wie er Spaß am Debattieren und Diskutieren haben.

Er kann daher anderen Jugendlichen den Jugend-Landtag ausdrücklich empfehlen. Jüngste Teilnehmerin überhaupt war Esther Werny aus Saeffelen. Mit ihren 14 Jahren brauchte die Schülerin des Kreisgymnasiums Heinsberg sogar eine Sondergenehmigung, da die Teilnahme eigentlich erst mit 15 Jahren gestattet mit. Eingeladen worden war sie von der Heinsberger SPD-Abgeordneten Ulla Meurer. Für Esther Werny war dies ein unvergessliches Erlebnis. Als Jugendabgeordnete konnte sie selbst einmal Politikerin sein, in Arbeitskreisen sitzen, Gesetzesentwürfe entwickeln und über diese im Jugendplenum abstimmen.

Das dies auch deprimierend sein kann, stellte die 14-Jährige auch schnell fest: „Es ist so unfair. Wir SPD-Jugendabgeordnete hatten so tolle Konzepte, die einfach von den Konservativen im Plenum abgeblockt wurden.” Esther spornte der Besuch im Landtag umso mehr an, politisch aktiv zu bleiben. Juso-Mitglied ist sie bereits.