Schmidt: Der Meiler wird Tag und Nacht bewacht

Schmidt : Der Meiler wird Tag und Nacht bewacht

Perfekt ist das Anzünden des Holzkohlenmeilers im „Zimmel“ gelungen, nun wird allmählich aus Buchenholz Holzkohle, während aus dem Schacht in der Mitte des Meilers stetig eine Rauchwolke aufsteigt. Wolfgang Stollenwerk und sein Sohn Heiko Wergen bewachen den Meiler Tag und Nacht; sie sind Sohn und Enkel des letzten Köhlers von Schmidt, der dieses Gewerbe noch bis in die 1960er Jahre ausübte.

Einige Zuschauer hatten sich am Samstagmorgen am Meiler eingefunden, um das Anzünden zu beobachten. Unterhalb der Grillhütte im „Zimmel“ findet man den kreisrunden schwarzen Haufen, er ist nicht zu übersehen. Den Vorbeikommenden erklären die Köhler gern, was sie machen: Zunächst wurden Buchenscheite, dann Astholz fachmännisch aufgestapelt, darauf wurde Laub geschichtet. „Wir haben 36 Säcke Blätter im Wald gesammelt“, berichtete Wolfgang Stollenwerk. Zum Schluss wurde der flache Kegel mit alter Köhlererde bedeckt.

Am Samstagmorgen stieg dann Heiko Wergen an der Außenwand des Meilers die Steigtreppe hoch und füllte glühende Kohle in den Schacht. Sein Vater erläuterte: „Man muss noch mehrmals mit einer langen Stange im Schacht stochern, um sicher zu sein, dass das glühende Material bis unten gelangt ist. Später füllen wir dann kleine Holzscheite nach.“

Die Beiden waren sehr zufrieden mit ihrem Meiler; gerne beantworteten sie Fragen der Umstehenden, zum Beispiel nach den Zuglöchern, die das schwelende Holzfeuer im Innern mit Sauerstoff versorgen: „Die Zuglöcher werden alle 24 Stunden versetzt, damit der Meiler nicht ungleichmäßig beziehungsweise einseitig abbrennt.“

Vom Augenblick des Anzündens an sind die beiden Köhler im Dauereinsatz, denn man darf den Meiler nicht aus den Augen lassen. „Der Verkohlungsprozess wir anfangs jede Stunde Tag und Nacht kontrolliert, später alle zwei Stunden“, erläuterte Heiko Wergen. „Es darf kein richtiges Feuer entstehen.”

Wenn das Wetter ruhig bleibt und es keinen Sturm gibt, dann wird der Meiler immer mehr zusammenfallen, dann dürfte der Verkohlungsprozess in dieser Woche am Donnerstag oder Freitag vollendet sein. Bis dahin empfangen die Beiden im Wald gerne Besuch; wer sich für das alte Handwerk interessiert, der kann hier eine beeindruckende Demonstration erleben. Die „Ernte“ wird voraussichtlich am Freitag beginnen, dann kann man im Zimmel echte Eifeler Buchenholzkohle erwerben.

(ale)