Kreis Heinsberg: Der Kreuzweg wird zu einer „Kreuzfahrt“

Kreis Heinsberg : Der Kreuzweg wird zu einer „Kreuzfahrt“

Zu einer „Kreuzfahrt mit der A.i.d.A.“ wurde in diesem Jahr der Kreuzweg der Arbeit im Kreis Heinsberg. Das Kürzel „A.i.d.A.“ steht für „Armut in der Arbeitswelt“. Arm sein trotz Arbeit als Phänomen im Alltag vieler Menschen auch in der hiesigen ­Region: Davon sollten sich die Teilnehmer der „Kreuzfahrt“ bei dieser Tour durch das Kreisgebiet überzeugen.

Diese Aktion war eine Kooperation der Regionalen Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz im Kreis Heinsberg, der Heinsberger Initiative für gute Arbeit und Mitbestimmung, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, des Heinsberger Bezirksverbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) sowie der Arbeitnehmer- und Betriebspastoral des Bistums Aachen.

Thomas Hartmann vertrat den DGB, er ist Organisationssekretär der Region NRW Süd-West. Johannes Eschweiler moderierte als Arbeitnehmer- und Betriebsseelsorger des Bistums Aachen die Tour. Und Gertrud Grothaus vertrat die KAB. Alle drei sind Sprecher der Regionalen Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz.

60 Menschen nehmen teil

Die „Kreuzfahrt“ mit verschiedenen Stationen, an der insgesamt etwa 60 Menschen teilnahmen, startete an der katholischen Kirche in Oberbruch. Gertrud Grothaus begrüßte die Teilnehmer. Thomas Hartmann erläuterte das diesjährige Motto. Johannes Eschweiler stellte den Ablauf der Fahrt dar. Themen wie Altersarmut, Leiharbeit, das Eintreten für Gerechtigkeit und das Einmischen in politische Prozesse wurden während der Fahrt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Erstes Ziel war ­Rosen-Eiskrem in Haaren. Dort wurden vor allem die Betriebsratswahlen in den Fokus gerückt. Nächste Station war der Ort der Begegnung in Erkelenz. Rosi Becker und Sonja Hanrath stellten die aktuelle Situation der Wanderarbeit im Rahmen des Netzwerkes „Respekt“ dar. In diesem Netzwerk haben sich vor allem polnische Pflegekräfte solidarisiert. Faire Arbeitsbedingungen für diese Menschen zu schaffen, die 24 Stunden Pflege und Betreuung leisten, ist das erklärte Ziel.

Die „Kreuzfahrer“ steuerten sodann die Hückelhovener Tafel an. Karin Buchholz und Juppi Schmitz begrüßten sie dort. Mehr als 1500 Kunden aus dem Raum Hückelhoven und Wassenberg hat die ­Hückelhovener Tafel monatlich. Johannes Eschweiler verwies darauf, dass 40 Prozent der Kunden durchaus einer Erwerbsarbeit nachgehen würden, von ihrem Einkommen aber nicht leben könnten. Ingrid Wolters vermittelte unter Hinweis auf die Fußwaschung beim letzten Abendmahl Jesu den Gedanken, sich auch in heutiger Zeit bedürftigen Menschen zuzuwenden.

Als „Stadtführer 4.0“ betätigte sich Thomas Hartmann beim Gang durch die Röntgenstraße in Oberbruch. Den Abschluss fand die Kreuzfahrt der Arbeit mit einem gemeinsam gesungenen Lied, begleitet an der Gitarre von Astrid Riegraf, in den Räumen von Amos in Oberbruch, dem Verein gegen Armut und Arbeitslosigkeit in der Region Heinsberg.

(defi)