Der Januar als Jammermonat

Der Januar als Jammermonat

Erkelenz (an-o) - Also, ich finde ja, dass die Leute, die den November für den unattraktivsten aller Monate halten, mächtig irren. Für mich ist der absolute Tiefpunkt eines Jahres regelmäßig der Januar.

Da liegt der arme November in Puncto Unannehmlichkeiten noch um Längen zurück und kriegt ganz zu Unrecht sein Fett weg. Schließlich gibt es da nicht nur Weihnachtsgeld, sondern wir haben auch noch die heimelige Adventszeit mit all ihren erlesenen Freuden vor Augen.

Gemütlichkeit vor dem Kamin oder mit Kerzenlicht, Weihnachtsmarkt und Glühwein - das tröstet doch über viele trübe Wetterlagen hinweg. Und außerdem ist der viel geschmähte Nebelmonat nur 30 Tage lang.

Aber der Januar, der hat es in sich! Die Advents-, Weihnachts- und Silvesterfeierei ist vorbei und nix mehr da, worauf man sich in der nächsten Zeit freuen könnte. Das Portemonnaie ist ratzfatz leer, das Hüftdepot dagegen angesichts der festlichen Völlerei viel zu gut aufgefüllt.
31 öde Tage liegen vor einem, bestenfalls erhellt durch den Winterschlussverkauf. Urlaub zu nehmen lohnt sich nicht, und statt erfreulicher Weihnachtspostkarten flattern einem bloß die zum Jahresbeginn fälligen Rechnungen ins Haus. Es ist kälter als zu Weihnachten, wo man sich über Schnee und Frost ja noch echt gefreut hätte.

Hat man sich im November noch über die neuen Winterklamotten gefreut, so hängen einem die dicken Pullover und sperrigen Anoraks inzwischen längst zum Hals raus. Die prächtigen Vorgartenbeleuchtungen, die oft haarscharf am guten Geschmack vorbei schrammten, aber das endlose Dunkel der megakurzen Wintertage erhellten, werden nun genauso schnell abmontiert, wie die immer wieder treuherzig gefassten guten Neujahrsvorsätze dahin welken. Und eines ist gewiss: Im Januar fallen mir überflüssigerweise die besten Weihnachtsgeschenkideen ein.