Hückelhoven: Der Hingucker: Tausend Jahre alter Dom-Sand

Hückelhoven : Der Hingucker: Tausend Jahre alter Dom-Sand

Bei den „Mineralien- und Bergbaufreunden” drehte sich in der Mehrzweckhalle wieder alles um die Schätze der Erde. Schon im 15. Jahr lockt die Mineralienbörse Sammler aus der gesamten Region und dem benachbarten Ausland nach Hückelhoven in die Mehrzweckhalle.

Wieder waren rund 40 Aussteller gekommen, um ihre mineralogischen Schätze auf rund 170 Thekenmetern zu präsentieren. Vom Rosenquarz aus dem weit entfernten Madagaskar über so genannte „Mondsteine” bis hin zu Fundstücken und Objekten aus hiesigen Breitengraden reichte das Angebot. Viele der Kristalle offenbaren ihre Schönheit erst unter dem Mikroskop.

Dann entstehen „Tannenbäumchen” oder man sieht die kleinen Nädelchen der Milirit-Nadeln zum Greifen nah. Im unbehandelten Zustand sehen die Objekte wie gewöhnliche Steine aus, ihr Wert erschließt sich nur dem geschulten Auge. Über ein solchen verfügt Franz Janke von den Mineralienfreunden. Vieler seiner Exponate stammen aus Hückelhovener Erde.

„Auf der Halde kann man immer noch interessante Funde machen”, erklärte er. Darüber hinaus stehe er in regen Austausch mit anderen Sammlern, denn jede Gegend berge andere Mineralien. Funde aus der heimischen Erde sind begehrt.

Für ihr Museum an der Ludovicistraße suchen die Mineralienfreunde immer Funde aus der Region. Als besonderer Clou konnten die „Überraschungsgeoden” aus Mexiko bezeichnet werden. Solche Geoden findet man überall, wo es zu vulkanischen Aktivitäten gekommen ist.

Der Reiz besteht, dass man wie bei den Überraschungseiern nicht wissen kann, welche Kristalle sich in welcher Form in den runden Steinen befinden. Um das herauszufinden, mussten die Steine von Richard Mones fachmännisch in der Mitte geknackt werden wie eine Nuss.

Ein Exot unter den Ausstellern war Hans-Peter Rademachers aus Selfkant. Er präsentierte Teile seiner umfangreichen Sandsammlung. Vom Mineraliensammeln ist er auf den Sand gekommen, der unter dem Mikroskop betrachtet sehr individuelle und faszinierende Strukturen aufweist. Dank seiner Sammelleidenschaft ist Rademachers Mitglied eines exklusiven Clubs geworden.

Nur 60 Mitglieder hat der weltweite „International Sand Collectors-Club” mit Sitz in Südafrika. Auch in Deutschland sei die Zahl der Sammler „an zwei Händen abzuzählen”, betonte Rademachers. Neben exotische Sandprobenaus Dubai vom Millionärsstrand, entfernten Inseln oder dem Kap der guten Hoffnung, wo Atlantik und Pazifik aufeinanderprallen hat er auch Sand vom Petersdom und rund tausend Jahre alten Sand vom Fundament des Aachener

Doms. Seine Neuerwerbung kam über die Auktionsbörse ebay: zwei kleine Beutelchen mit Sand von den „Liebesinseln” vor Rio de Janeiro. Dem Betrachter, der genau hinzuschauen wusste, präsentierte sich der Sand in seiner ganzen Vielfalt. Vom puderfeinen Dünensand aus Neumexiko bis zum rosafarbenen Sand aus Hildesheim oder schwarzem Selfkantsand reichte die Auswahl.

Seinen Schatz hatte Rademachers jedoch nicht dabei. Dieser stammt im Gegensatz zu vielen anderen Proben nicht aus den Tiefen der Erde, sondern aus schwindelerregender Höhe: 0,3 Gramm Mondstaub. Der ist gerade auf dem Weg nach Münster, wo er auf seine Echtheit hin untersucht wird. Der Vorteil beim Sandsammeln liegt klar auf der Hand. Zur Lagerung der Sammlung bedarf es nur einiger kleiner Filmdosen. Ein Umstand, den Rademachers Frau sehr zu schätzen weiß.