Wegberg-Schwaam: Der größte Weckmann der Welt

Wegberg-Schwaam : Der größte Weckmann der Welt

Einen richtig langen Kerl hatten die Schwaamer zu ihrem Martinszug zu Gast. Und nachdem sie ihn gehörig bewundert hatten, aßen sie ihn einfach auf.

Die Rede ist vom größten Weckmann der Welt, den eine Kamp-Lintforter Bäckerei an historischer Stelle in dem Wegberger Ortsteil präsentierte. Historisch deshalb, weil vor rund 200 Jahren der französische Kaiser und Kriegsherr Napoleon in eben diesem Hof Geerkens genächtigt hat, vor dem der Rekordweckmann vermessen, beglaubigt und verteilt wurde.

Die Ehre des Rekordgebäcks war den Schwaamern zuteil geworden, weil der Bäckerei-Geschäftsführer Michael Trosdorff auch als St. Martin in Schwaam fungiert. Die Rekordbäcker hatten einen schweren Gegner zu schlagen, nämlich sich selbst. Bereits vor fünf Jahren hatten sie mit einem knapp viereinhalb Meter langen Weckmann den Weltrekord eingestellt, den es zu knacken galt.

Wichtig war dabei, dass der Stutenkerl nicht zusammengesetzt, sondern an einem Stück gebacken wurde, wie Produktionsleiter Franz-Josef Conen erklärte. Und das war den Bäckern gelungen.

Mit 30 Arbeitskräften und gut einem Tag Produktionszeit war der Gebäckriese entstanden. Rund 550 Kilo wog er, als er den Schwaamern und dem angereisten Fernsehteam zur Begutachtung präsentiert wurde.

Rund 300 Kilo Mehl, 30 Kilo Zucker, neun Kilo Hefe, 30 Kilo Margarine und sechs Kilo Salz hatte er „verschlungen”, um so stattlich zu werden.

Für die Baiser-Masse der Verzierung wurde das Weiß von rund 200 Eiern verarbeitet. Insgesamt eine Menge, mit der rund 2000 normale Weckmänner gebacken werden könnten. An sich schon rekordverdächtig.

Allerdings musste die Leistung noch notariell bestätigt werden, um auch offiziell als Weltrekord zu gelten. Nachdem Notar Christian Freuen zur Tat geschritten war, herrschte Klarheit: Das Ziel von sieben Metern Länge war um knapp vier Zentimeter verpasst worden. Mit 6,96 Metern war der Weckmann trotzdem für kurze Zeit der Längste seiner Art weltweit, was ihm einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde sichert.

Nachdem das Ergebnis feststand, wurde er verteilt und an die vielen kleinen und großen Teilnehmer des Martinszuges verteilt, bis nur noch ein paar Krümel von seiner einstigen Größe zeugten.

Einige Eltern hatten auf dem Heimweg jedoch ziemliche Erklärungsnöte, als ihre Kinder fragten, warum der Weckmann aussieht wie ein „normales” Stück Brot und keine Arme und Beine hat. Dabei sind es doch gerade die, die beim Weckmann am besten schmecken, oder?