Erkelenz: Der Erki soll an Altweiber den Euro ablösen

Erkelenz : Der Erki soll an Altweiber den Euro ablösen

Kaum jemand schien die 58. Prinzenproklamation der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft (EKG) verpassen zu wollen.

So war die gute Stube der Stadt, das Alte Rathaus beinahe zum Bersten voll, als es dort galt, die neuen Tollitäten zu proklamieren.

or allem aus Politik und Verwaltung, sowie ehemalige jecke Würdenträger und auch Gäste aus benachbarten Karnevals-Vereinen waren gekommen, um bei diesem närrischen Spektakel dabei zu sein, zu dem die zahlreichen Gäste von Sitzungspräsident Herbet Keller und dem EKG-Vorsitzenden Otto-Bernd Aretz begrüßt wurden.

Zunächst hieß es aber Abschied nehmen vom Prinzenpaar der vergangenenen Session, Christa I, und Reinhard I.:„Die EKG hat mit euch einen guten Griff getan”, lobte Keller, bevor er die Prinzenkette wieder an sich nahm.

„Es war eine tolle Zeit", meinte Reinhard I. zum Abschied und riet den Erkelenzern: „Ich kann nur jedem Erkelenzer raten, einmal Prinz zu sein.”

Nun rückte der große Moment in unmittelbare Nähe, doch hatte die EKG noch eine weitere Attraktion zu bieten: Günther Wachsmuth, ein „karnevalistisches Urgestein, schon von Geburt an”, wie Sascha Wesel von der Prinzengarde meinte, wurde unter etlichen Lobesworten die Ehrenmitgliedschaft in der EKG verliehen.

Er habe viele Verdienste für die EKG geleistet, wie etwa die Einführung des Burgfestes sowie die Gründung der Prinzengarde und der Marketenderinnen. Bei soviel Engagement blieb tosender Beifall für Wachsmuth nicht aus.

Dann war es endlich soweit, samt der schmucken blau-weißen Garden vorweg und zu den Klängen vom Treuen Husar zog das neue Prinzenpaar, Prinz Reinhold I. (Haimüller) und Ihre Lieblichkeit Marion I, (Müller-Platz) ins Rathaus ein.

„Sie ist das Schmuckstück des heutigen Abends", stellte Herbert Keller begeistert die Prinzessin vor, die alle Vorzüge einer hübschen und schmucken Prinzessin in sich vereine. Es sei dem Prinzen hoch an zu rechnen, „dat da die von Wegberg hierher importiert hat´”, schwärmte Keller weiter.

Den Regenten stehen gleich vier Minister zur Seite: das karnevalistische Urgestein Heinz Forg, der als zweifacher Prinz serfahrene Fritz Timmer, Elferratsmitglied und ebenfalls Ex-Prinz Helmut Jopen sowie Karnevalsneuling Andreas Tischbein.

Zu Ehren der Majestäten ließ es sich „Et Zweijestirn”nicht nehmen, mit einem eigens getexteten Lied für musikalische Stimmung zu sorgen.Da blieb Prinz Reinhold I. nur noch das Karnevalsmotto: „Zweimal Müller, Platz und Hai, im Karneval, da simmer dabei", sowie die Regierungserklärung zu verkünden.

In der heißt, dass die Stadtverwaltung sich im Jahr der Reformen verpflichtet, alle Sandkästen mit Sand-Reförmchen auszustatten, „damit die nächste Generation schon jetzt lernt, wie man mit Reformen umzugehen hat.”

Ferner werde an Altweiber der Euro in Erkelenz abgeschafft. „Wir, das Prinzenpaar, führen den Erki ein. Er ist bis Aschermittwoch gültiges Zahlungsmittel in vielen Geschäften und Gaststätten.”