Erkelenz: Der Biograph des „Vaters der Sternsinger”

Erkelenz : Der Biograph des „Vaters der Sternsinger”

Nun ist nach der Verleihung der Ehrenbürgerschaft für Arnold Poll in Erkelenz auch seine Biografie erschienen.

Kein Geringerer als der ehemalige Chefredakteur der Volkszeitung, Dr. Anton Sterzl aus Aachen, recherchierte, befragte Zeugen über den Mann, der selbst schon Zeitzeuge geworden ist, suchte in Archiven und Chroniken und schrieb dann die vielfältigen Informationen auf 184 Seiten nieder. Darüber referierte der Autor jetzt auf Einladung des Heimatvereins der Erkelenzer Lande im Alten Rathaus, zusammengefasst auf die einfache Formel: „Ein Leben für Gott und die Welt”.

Man hätte sich mehr Interessierte gewünscht - nur etwa 45 Zuhörer waren gekommen - denn der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dr. Hans-Heiner Gotzen erwähnte in seiner Begrüßung zu Recht das rhetorische Können von Dr. Sterzl.

Die Anwesenden spürten die große Verbundenheit des Journalisten mit dem 1925 in der Eifel geborenen Priester, der als Jugendlicher schon Soldat werden wollte und die russische Gefangenschaft erdulden musste, früh die Berufung zum Seelsorger erfuhr und aus der Heimat heraus das große Werk der Kindermissionshilfe mit den Sternsingern zwar nicht gegründet aber „groß” gemacht hat.

Nicht von ungefähr hat dieses Hilfswerk kürzlich in Münster den Friedenspreis erhalten. Die unermüdliche Arbeit des Prälaten, die Freundschaft mit dem Fußballbund und die vielen eingestreuten kleinen amüsanten Anekdoten wurden im Referat anschaulich dargestellt und zog die Zuhörer in Bann.

Dr. Sterzl bekannte, das Buch nicht aus eigenem Antrieb geschrieben zu haben, sondern weil Personen aus der Erkelenzer Region, allen voran Landschaftsarchitekt Wilhelm Wild aus Setterich und Architekt Josef Viethen aus Erkelenz ihn dazu drängten. Er betonte, dass es kein Heldenepos und keine Heiligenlegende in einem Prunkbuch sein soll, aber ein Stück katholischer und deutscher Sozialgeschichte deutlich macht.

Der ehemalige Bundeskanzler Dr. Kohl nannte die Sternsinger einmal einen Glücksfall für Deutschland, und selbst als Arnold Poll die Aufgabe in die Hände seines Nachfolgers gelegt hatte, zog er sich nicht zum Ausruhen in seine Pfarrgemeinde Houverath zurück, sondern gründete den Verein „Kinder in der Mitte” und die Stiftung „Neue Kultur für Kinder”. Erkelenz und der Stadtteil Houverath mit der Pfarrkirche St. Laurentius sind durch die Aktivitäten von Arnold Poll weltweit bekannt geworden.

Es gelang Dr. Anton Sterzl, in dem Buch ein Stück Heimat- und Kirchengeschichte, Dorf- und Weltkirche mit einer lebendigen Ökumene darzustellen. Einer besseren Begründung für die Verleihung der Ehrenbürgerwürde - so der Referent - hätte es nicht bedurft.

Das Buch „Menschenkinder - Gotteskinder , Arnold Poll, ein Leben für Gott und die Welt”, ist erschienen im Verlag Books on Demand Norderstedt, ISBN 3-8334-1808-7, Preis 12 Euro und in jede Buchhandlung zu haben.