Kreis Aachen: Der Arbeiterwohlfahrt fehlt der Nachwuchs

Kreis Aachen : Der Arbeiterwohlfahrt fehlt der Nachwuchs

Der neue Vorsitzende des Kreisverbandes Aachen-Land der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Hans-Peter Göbbels, und sein ebenfalls neu gewählter Stellvertreter Peter-Heinz Schoenen wollen die 24 Ortsvereine mit insgesamt rund 4600 Mitgliedern im Kreisgebiet stärken.

Fehlender Nachwuchs und die mangelnde Bereitschaft, Funktionen zu übernehmen, machten die Lage für viele Ortsvereine immer schwieriger. Zum einen will man verstärkt Mitglieder werben, zum anderen werde man prüfen, inwieweit größere Ortsvereine die kleinen unterstützen können. Göbbels: „Ziel ist es auf jeden Fall, möglichst alle Ortsvereine zu erhalten.”

Aufmerksam verfolgt hat man bei der Awo die Tarifauseinandersetzung der Erzieherinnen im Öffentlichen Dienst. Direkte Auswirkungen auf die neun Kindertagesstätten des Verbandes in Eschweiler, Herzogenrath, Würselen, Alsdorf und Roetgen hat die jüngst erzielte Einigung der Tarifpartner nicht, da der bestehende Tarifvertrag der Awo erst zum 31. August 2010 ausläuft.

Doch stellt man sich schon jetzt auf „problematische” Verhandlungen ein. Denn eine Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst gilt allgemein als Richtschnur für die freien Träger, so dass auf die Awo im nächsten Jahr deutlich höhere Kosten zukommen dürften. Im Öffentlichen Dienst hatten man sich auf monatlich 120 Euro mehr Gehalt und einen geregelten Gesundheitsschutz für Erzieher geeinigt.

Beim zweiten Punkt sieht der hauptamtliche Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes, Michael Mommer, keine Probleme. Die Gesundheitsvorsorge sei schon jetzt ein wesentlicher Aspekt des Qualitätsmanagements.

Schwieriger dürfte es bei den Personalkosten werden. Der bestehende Tarifvertrag sehe ohnehin für einen Teil der Beschäftigten eine Erhöhung der Bezüge ab Januar 2010 vor. „Da stoßen wir schon jetzt an unsere Grenzen”, sagt Mommer. Denn die festgeschriebene Erhöhung des Pauschalbetrags, den die Tagesstätten pro Kind erhalten und mit dem sie wirtschaften müssen, um 1,5 Prozent werde schon da nicht reichen.

Mommer rechnet im Frühjahr mit ersten Tarifgesprächen, die etwa 70 Beschäftigte des Kreisverbandes betreffen. Eine Gefahr für den Erhalt der Kitas sieht er aktuell nicht, aber: „Wir werden Verhandlungen führen müssen, die problematisch sind.” Die Suche nach Einsparpotenzialen hat längst begonnen: Mehraufwendungen für das Personal würden zu Lasten der Sachkosten gehen.