Schwanenberg: Denkmäler am Markt brauchen dringend Hilfe

Schwanenberg : Denkmäler am Markt brauchen dringend Hilfe

Allerorten müssen die Menschen sparen, versuchen, auch mit wenigen Mitteln klarzukommen und die wichtigsten Belange für das Leben zu organisieren. Wie in der Arbeitswelt und in den Familien gilt das auch für die kirchlichen Gemeinschaften - egal welcher Konfession.

Da haben es einige aber schwerer als andere und müssen sich schon Einiges einfallen lassen, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Eine solche Kirchengemeinde ist die evangelische in Schwanenberg. Sie ist mit 1300 Mitgliedern vergleichsweise klein, nennt aber einen unübersehbaren Schatz ihr Eigen: die Gebäude mit der Kirche, der Jugendscheune, dem Gemeinde- und Wohnhaus sowie dem Pastorat.

Alle Gebäude sind denkmalsgeschützt, und ihre Erhaltung kostet jährlich Etliches, was von der Kirchengemeinde selbst zu tragen ist. Aber sie sind Wahrzeichen sowohl der kirchlichen als weltlichen Gemeinde. Dafür müssen jährlich zwischen 10.000 und 12.000 Euro aufgebracht werden.

Der größte Stolz, das war in einem Gespräch mit Pfarrer Robin Banerjee und Hans-Gerd Theißen aus Grambusch zu erfahren, ist und bleibt die Selbstständigkeit der Gemeinde. Dazu gehört ein ausgeglichener Finanzhaushalt. Hier sind Einsparungen aber nicht mehr möglich, und so müssen die Mittel für die Substanzerhaltung der Gebäude auf andere Weise gesichert werden.

Das brachte den 37-jährigen Pfarrer, der seit Mai 2005 für die Schwanenberger eingesetzt worden ist, auf die Idee, einen Förderverein zu gründen - und er begeisterte dafür gleich zahlreiche Mitmenschen. Schon bei der Gründungsversammlung am 19. März traten ihm 94 Personen bei. Inzwischen besuchen Freiwillige ihre Freunde und Nachbarn, um für den Beitritt zu werben.

Dabei ist der Mitgliedsbeitrag gering: 20 Euro jährlich pro Person sind für den damit zu erreichenden Zweck wenig. Mehr darf es allerdings auch sein, und Spenden werden stets gern angenommen. Da der Verein bereits als gemeinnützig anerkannt ist, werden auch auf Wunsch Spendenquittungen ausgestellt.

Der Vorsitzende Hans-Gerd Theißen ist mit den weiteren Vorstandsmitgliedern und dem Pastor bemüht, das Gemeindeleben weiter zu intensivieren. Ob mit Theatergruppe, Töpferkreis, Jugendscheune oder, oder, oder. Zusammen mit allen soll in Schwanenberg Leben sein. Deshalb sollen auch alle Ehemaligen, die einmal hier gewohnt haben, konfirmiert wurden oder zur Schule gingen, angeschrieben und geworben werden.

Werner Willemsen ist als Beisitzer des Vereins und Vertreter des Presbyteriums für die Zusammenarbeit von Kirchengemeinde und Verein zuständig. Das eingenommene Geld des Vereins wird ausschließlich der evangelischen Kirchengemeinde Schwanenberg ausgezahlt. Pfarrer und Vorsitzender betonten, dass natürlich auch Firmen und Gläubige anderer Konfessionen Mitglied werden können.

Bleibt zu hoffen, dass an dem für Schwanenberg so denkmal- würdigen und wunderschönen Ensemble am Markt und um Kirche und Pastorat geringe Schäden entstehen, die Bemühungen der dort wohnenden Menschen erfolgreich sind und auch der flüchtige Besucher sich noch lange an den Gebäuden erfreuen.