Erkelenz-Kückhoven: Den Betroffenen zur Seite stehen

Erkelenz-Kückhoven : Den Betroffenen zur Seite stehen

„Rechtfertigt der erste Spatenstich für die Umsiedlung von Immerath, Lützerath und Pesch diese Feierstunde?”, fragte Bürgermeister Peter Jansen durchaus selbstkritisch am Freitag beim historischen Akt in Kückhoven.

Immerhin hatte sich die Stadt Erkelenz immer gegen den Tagebau gewehrt. Diese Frage sei, aus seiner Sicht, aus „populistischen Gründen” aufgeworfen worden.

„Landespolitisch ist die Genehmigung zum Abbau von Braunkohle noch unter der rot-grünen Landesregierung erteilt worden. Kommunalpolitisch hat und wird es nie einen Zweifel daran geben, dass wir den Tagebau Garzweiler II ablehnen.”

Man müsse jedoch auch in einem Rechtsstaat akzeptieren, wenn man in einer Auseinandersetzung von Rechtsfragen unterlegen ist. Die Betroffenen würden keine wahltaktischen Spiele erwarten, sondern Hilfe, Unterstützung sowie Perspektive.

Kritisch begleitet wird die Entwicklung von Gisela Berger. Der Vorsitzenden des Bürgerbeirates fällt es schwer, sich mit dem ersten tatsächlichen Schritt zur Umsiedlung abzufinden. „Das ist heute kein Tag der Freude, das ist ein Tag der Trauer.” Und dennoch blickt sie nach vorne. „Nur wir Umsiedler wissen, wie man sich jetzt fühlt. Ich hoffe, dass unser Gemeinschaftsgefühl so stark ist, dass wir die gemeinsame Umsiedlung packen. Dann können wir feiern.” Der lange und laute Beifall gab ihr Recht.

Wie Berger verfolgte auch der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Gerd Hachen mit Bedauern den Festakt. Er hat viele Jahre gegen Garzweiler II gekämpft und den Kampf zunächst verloren.