Erkelenz: Das Mittagessen gehört zum Schulalltag

Erkelenz : Das Mittagessen gehört zum Schulalltag

Schulleiter Erich Konietzka ist zufrieden. Die Mensa der Ganztagshauptschule hat sich bewährt, meint er in einem Gespräch, in dem er das erste Schuljahr mit der neuen Mensa Revue passieren lässt.

„Sie wird von Woche zu Woche mehr angenommen. Inzwischen geben wir an vier Tage pro Woche bis zu 90 Essen aus. Tendenz steigend”, freut er sich.

Das Mittagessen in der Mensa hat sich zu einem Selbstläufer entwickelt. 80 Personen finden darin Platz. Schüler und Lehrer haben untereinander organisiert, wer wann isst, so dass es keine Regelung von oben geben muss. „Die Schüler haben auch den Reinigungsdienst übernommen”, lobt der Schulleiter.

Die Kosten pro Mahlzeit von 2,50 Euro schrecken nicht ab, zumal es Zuschüsse gibt, für denjenigen, der sie benötigt und sie auch will. 1,50 Euro steuern die Stadt und das Land aus dem Programm „Kein Kind ohne Essen” bei. „Bei uns in der Schule muss kein Kind hungern”, sagte Konietzka. Rund 90 Prozent der mehr als 500 Schüler machen sich mittags auf den Heimweg, um dort zu essen und um um sich nachmittags wieder in der Schule einzufinden.

Gelegentlich kommt es vor oder wird von Lehrern beobachtet, dass ein Schüler kein Geld für das Essen hat oder sich nicht Essensmärkchen kauft, obwohl er es lange Zeit getan hat.„Da haken wir nach und wir haben immer eine Lösung gefunden. Aus finanziellen Gründen ist noch keiner vom Essen in der Mensa ausgeschlossen worden.”

So funktioniert auch das Prinzip von Leistung und Gegenleistung: „Schüler kommen und bieten an, im Rahmen unserer Schulpartnerschaft den Brunnen vor der Bücherei zu reinigen. Im Gegenzug erhalten sie als Lohn Essensmarken”, zeigt Konietzka einen Weg auf. Die Kosten übernimmt die Schule beziehungsweise der Förderverein. Informationen darüber gibt Konietzka gerne weiter.

Der größte Geldgeber ist die Walter und Elfriede Meyer-Stiftung. Aus den Stiftungserträgen sind im vergangenen Jahr 10000 Euro geflossen. „Damit lässt sich viel bewerkstelligen.”

Schuldezernent Dr. Hans-Heiner Gotzen nennt weitere Zahlen: Monatlich unterstützt die Stadt 2000 Essen im gesamten Stadtgebiet aus dem Programm: „Kein Kind ohne Mahlzeit.” Und sollte es tatsächlich einen Notfall geben, gibt es unbürokratische Hilfe: „In Erkelenz braucht kein Schüler zu hungern.” Das gelte an der Hauptschule in Erkelenz-Mitte ebenso wie an allen anderen Schulen.