Wegberg: Das Haushaltsloch wird gestopft, aber wie?

Wegberg : Das Haushaltsloch wird gestopft, aber wie?

Mit ruhiger Hand will Bürgermeisterin Hedwig Klein das Haushaltsloch 2002 stopfen. Weiterhin fehlen der Stadt Wegberg durch wesentlich geringere Steuereinnahmen rund 460 000 Euro.

Mitte September wird den Fraktionen der Nachtragshaushalt vorgestellt. Auch CDU und SPD suchen derzeit noch nach einem Konzept, um den Haushalt finanziell wieder auf gesunde Beine zu stellen.

Die politische Sommerpause geht zu Ende, in den kommenden zwei Wochen werden sich die Wegberger Fraktionen auf den Nachtragshaushalt vorbereiten, und ihre Vorstellungen äußern.

Die CDU-Mehrheitsfraktion spricht sich vor allem gegen eine Neuverschuldung aus. „Das können wir nicht machen. Dann droht uns ein Haushaltssicherungskonzept”, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz Nießen in einem Gespräch mit der Erkelenzer Volkszeitung. Gespart werden soll dort, wo noch Geld da ist. Die Christdemokraten wollen erst einmal die Vorstellungen von Kämmerer Bernhard Storms abwarten.

Etwas konkreter wird die SPD, wenn es um das Anlegen des Rotstiftes geht. „Den Umbau des Rathauses sollten wir um zwei bis drei Jahre verschieben. Das können wir uns derzeit finanziell nicht leisten”, betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Kersten.

Doch diesen Vorschlag wird er wohl kaum realisieren können. Denn Bürgermeisterin Hedwig Klein erklärte auf Anfrage, dass die Haushaltssituation nicht so „bedrohlich” sei - auch wenn sich der Ende Juni genannte Fehlbetrag von 460 000 Euro nicht reduziert hat. „Das können wir alles durch Umschichtungen auffangen. Da bin ich mir ganz sicher”, so Klein.

An der Modernisierung des Rathauses will die Verwaltungschefin festhalten. „Wir werden das weiter planen, wenn die finanzielle Förderung für den Behindertenaufzug eingetroffen ist.”

Ein weiteres Thema der kommenden Monate heißt „Stadtmarketing”: Hier wollen sowohl die CDU als auch die SPD die Bürger mit einbeziehen. „Wir müssen die Innenstadt wieder beleben und auch Interessenten für die leeren Geschäftslokale finden”, betonte Nießen von der CDU.

Ins gleiche Horn bläst auch Harald Kersten: „Die Bürger müssen ein Wir-Gefühl entwickeln. Unsere Stadt muss wieder attraktiver werden.”

Derzeit bereitet ein externes Büro den Stadtmarketing-Prozess vor.

Keine Einigkeit gibt es dagegen beim „heißen Eisen” Eiserner Rhein. Die SPD hält weiter an einer Reaktivierung der Güterstrecke zwischen den Häfen Antwerpen und Duisburg fest. Dies lehnt die CDU aber strikt ab.

Unterstützen würden die Christdemokraten aber eine Öffnung und Modernisierung des Teilabschnittes, der durch Wegberg führt, wenn dies die Attraktivität des Gewerbegebietes Wegberg-Wildenrath steigert. „Wir stehen dahinter, wenn dies Siemens nutzt. Damit haben wir keine Probleme”, führte Nießen aus.

Dies sieht die SPD genauso, fordert aber eine generelle Öffnung der historischen Güterstrecke. „Der Eiserne Rhein wird nicht zu verhindern sein”, so Kersten. Für die Anwohner der Strecke fordert er Lärmschutzmaßnahmen.