Heinsberg: Das Gestern im Spannungsfeld mit dem Heute

Heinsberg : Das Gestern im Spannungsfeld mit dem Heute

„Jeder sollte sich angesprochen fühlen, seine bescheidenen Kräfte mit der Kraft des Wortes zu messen.” Eine Anregung von Dr. Theo Esser, dem ehemaligen Oberkreisdirektor des Kreises Heinsberg, dessen neuestes Werk „Blickpunkte” am „Welttag des Buches” in der Buchhandlung Gollenstede in der Heinsberger Fußgängerzone vorgestellt wurde.

Für die zahlreichen Gästen wurde der Abend zu einem Erlebnis der besonderen Art. Neben Dr. Theo Esser und Gastgeber Reiner Gollenstede, in dessen Verlag das Buch erschienen ist, rezitierten weitere sechs Gäste, die damit nicht nur der Initiative „Deutschland liest vor” Rechnung trugen, sondern in erster Linie ihre Wertschätzung für den inzwischen 82- jährigen Autor zum Ausdruck brachten.

Für ihn wie auch für die Zuhörer war es eine große Überraschung, Heinsbergs Bürgermeister Josef Offergeld im Kreis der Rezitatoren zu finden.

Auf den Punkt

„Er hatte schon immer die Fähigkeit, Dinge durch Formulierungen auf den Punkt zu bringen, ohne aber jemals zu verletzten”, blickte Josef Offergeld auf die Zeit zurück, als Dr. Theo Esser als Oberkreisdirektor sein „Chef” beim Kreis Heinsberg war. „Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt”, bekannte er freimütig und voller Wertschützung.

„Das überlegte Wort”, das Josef Offergeld als erstes für seine Lesung ausgewählt hatte und „Deutung” unterstrichen diese persönlichen Erinnerungen auf eindrucksvolle Weise.

Gelesen wurde außerdem von Beatrix Karger, der ehemalige Schulleiterin der Grundschule Dremmen, Willi Schramm aus Eschweiler, Rektor der Realschule Geilenkirchen, Theo von Birgelen aus Heinsberg, ehemaliger Schulleiter der Grundschule Schafhausen/Unterbruch und selbst Autor von Erinnerungen, Kurt Lehmkuhl, Erkelenz, Redakteur der Heinsberger Zeitung/Heinsberger Nachrichten und selbst Krimi-Autor sowie nicht zuletzt von Christoph Esser, Sohn des Autors und Leiter der Grundschule Breberen.

Theo Krings, Leiter der Jugendmusikschule Heinsberg, begleitete den Abend musikalisch und gestaltete mit ausgewählten Klarvierstücken stimmungsvolle Überleitungen zwischen Lyrik und Prosa.

Die ausgewählte und vorgetragene Lyrik- und Prosa fasste Dr. Theo Esser in seinem Schlusswort noch einmal zusammen: „Viele meiner Beiträge zeigen auf die Sorgen von morgen in einem Vergleich von gestern und heute und die sich darin abzeichnenden Spannungsfelder. Sie geben dem Leben eine verwirrende Dynamik.”

Es sei immer seine Absicht gewesen, lebensnah und schlicht, einfach und ohne jeden Aufwand an Theatralik den Gedanken des einfach denkenden Menschen bewusst zu suchen.

Gedanken dieser Art sollten nach seiner Meinung ans Oberlicht gezogen werden und nicht im verhaltenen Groll oder aus einer erschreckenden Verunsicherung im Niemandsland verbleiben.

Für Dr. Theo Esser können das einfache Wort und das einfache Verhalten im Umgang miteinander Vorgaben für die neue erstrebenswerte Zielrichtung mit einer entsprechenden Dynamik sein: „Mit allem was ich versucht habe zum Ausdruck zu bringen, möchte ich einen bescheidenen Beitrag leisten, Menschen in die Lage zu versetzen und anzuregen, ihr manchmal verkümmertes Selbstbewusstsein zu festigen und die Kraft ihrer Eigenständigkeit zu erkennen und zu nutzen.”

Er schloss mit einem Dank an seinen Gastgeber und Verleger Reiner Gollenstede, an Bodo Strickstrock, der im bei der Realisierung des Buches zur Seite stand, den Rezitatoren sowie Theo Krings für einen auch sicherlich für ihn bemerkenswerten Abend. „Blickpunkte”, 120 Seiten Lyrik und Prosa gibt es zum Preis von 9,80 Euro in allen Buchhandlungen.