Hückelhoven-Millich: Das Besteigen der „Schlafenden Schönen”

Hückelhoven-Millich : Das Besteigen der „Schlafenden Schönen”

Ja, ja, das sagt sich so leicht daher, dass die Götter vor den Lohn erst mal den Schweiß gesetzt haben. Wer über die 302 Stufen der (fast) noch jungfräulichen Treppenanlage die Höhe von 70 Meter über „Normal Hückelhoven” auf dem Plateau der Millicher Halde erreicht, der weiß, was er hinter sich hat.

Als „Die schlafende Schöne” wird die gerade erklommene Halde angepriesen. Hat man allerdings den Aufstieg über die nach einiger Zeit schon nicht mehr gezählten Stufen hinter sich gebracht, weiß man, was von solchen Anpreisungen zu halten ist.

Dafür entschädigt dann der Blick, den man nach einigen Minuten Verschnaufpause vor Augen hat, für (fast) alles: Von dort oben sieht man bei einem Wetter wie heute meilenweit über das Tal der Rur hinweg bis in die Ausläufer der Eifel hinein. „Himmelstreppe” haben die bei der Stadt Verantwortlichen das Projekt genannt, das denen, die die Mühsal des Ersteigens auf sich nehmen, in der Tat ganz neue Eindrücke der alten Zechenstadt möglich macht.

Dabei ist die Halde selbst ein fast 100 Jahre altes Relikt aus der Zeit, der Hückelhoven seine Existenz verdankt: Hier wurden direkt neben der Schachtanlage der Zeche Sophia-Jacoba, auf die man jetzt herunterblickt, im Herzen der heutigen Stadt bis zum Jahr 1972 rund 10,6 Millionen Kubikmeter Haldenmaterial abgelagert. Ein künstlicher Berg, der sich über eine Fläche von rund 32 Hektar erstreckt, ist so entstanden.

Nach dem Ende des Haldenbetriebes, als also keine Schlacke aus der Tiefe der Erde mehr auf den Berg gekippt wurde, wurde die Oberfläche der Halde gestaltet, Fahrwege angelegt, sie rekultiviert und begrünt. Rund 136000 verschiedene Gehölze sind angepflanzt worden. Jetzt wird die Millicher Halde zu einem Refugium für Freizeit und Erholung ausgebaut.

Rund 380000 Euro wurde in die Treppenanlage investiert. Demnächst werden auf dem oberen Teil Leuchtstelen installiert (Kostenpunkt 110000 Euro), durch die man Hückelhoven auch schon aus weitester Ferne ausmachen kann.

Und in 13 Meter Höhe über dem Haldenplateau wird in den nächsten Tagen eine schwebende Aussichtsplattform errichtet, von der aus der Blick noch ungetrübter als jetzt schon in die Ferne schweifen kann.