Das Beste ist: Stecker raus!

Das Beste ist: Stecker raus!

Jülich (an-o/pec) - Wenn Michael Spindler in einem Haus oder einer Wohnung eine Elektrosmogberatung durchführt, geht er immer in der gleichen Reihenfolge vor: messen, vermeiden, abschirmen. Fündig wird er immer.

Kein Haushalt, kein Arbeitsplatz, der nicht unter dem ständigen Bombardement der unsichtbaren Wellen steht.

Wie lässt sich mit einfachen Mitteln das Schlimmste verhindern? Mit dieser Fragestellung geht Spindler in die Häuser. Niemand kann sich vollständig gegen Elektrosmog schützen, und kaum jemand hat die Mittel und die Möglichkeiten, sein Heim gegen jede Art von Strahlung abzuschirmen oder auf die Segnungen moderner Kommunikation und Elektrotechnik zu verzichten.

Deshalb führt Spindlers erster Weg nicht selten in den Keller, wo er zu prüfen gilt, ob eine fachgerechte Erdung das Strom- Wasser- und Heizsystem des Hauses miteinander verbindet und so für einen Potenzialausgleich sorgt. "Meistens ist hier alles in Ordnung", erklärt Spindler, "aber wenn nicht, dann muss dringend Abhilfe geschaffen werden."

Das Hauptaugenmerk seiner Untersuchungen liegt im Schlafbereich und beim Arbeitsplatz, weil der Mensch hier die meisten Stunden zubringt. Immer wieder stellt Spindler fest, dass die technischen Grenzwerte zwar eingehalten, die baubiologischen Grenzwerte aber um das Zehn- bis Fünfzehnfache überschritten werden. Manchmal ist die Abhilfe ebenso einfach wie wirkungsvoll: Stecker raus.

Viele "Verbraucher" müssen nicht unbedingt 24 Stunden lang im Stand-by Modus auf ihren Elektroauftritt warten. Fernseher und Musikanlagen etwa können komplett abgeschaltet werden, ohne Schaden zu nehmen. Die Lampe am Bett kann auch eine ganz normale 60 Watt/220 Volt Ausführung sein und erspart so dem Schlafenden eine hohe Dosis an Elektrosmog, der vom Transformator unablässig produziert wird. Wenn es denn ein Radiowecker sein muss, so hilft es schon, wenn er weit vom Bett wegsteht.

"Die Kabel in den Wänden sollten eine Abschirmung haben", weiß Michael Spindler. "Am besten jedoch ist eine Netzfreischaltung, die sich in den meisten Häusern problemlos installieren lässt und dafür sorgt, dass zumindest in der Nacht die Belastungen deutlich gesenkt werden können. Der blanke Horror für den Elektrosmog-Spezialisten ist das Schlafzimmer mit Handy am Bett, Telefon daneben, Musikanlage integrierter Stereoanlage und elektrisch verstellbaren Kopf- und Fußteilen, kleinem PC-Arbeitsplatz in der Ecke und Fernsehen am Fußende. "Und im Winter über allem die elektrische Heizdecke", scherzt der drahtige Ingenieur.

Einfache Tricks

Wer sich weiter schützen will, kann das mit Abschirmtapeten, speziellen Matratzen und Grafitfolien tun, mit denen die Kabel umwickelt werden. Das hält die Wellen da, wo sie hingehören - ins Innere der Kabel und Gehäuse.
Aber auch fachgerechte angebrachte Textilien können gegen Elektrosmog schon helfen. Spindler hat viele kleine Tipps und Tricks bereit, die im täglichen Kampf mit den unliebsamen Wellen den Ausschlag geben können: Die stromleitenden Pole etwa mit einem kleinen roten Punkt zu kennzeichnen, um so im Endverbraucher den ständigen Stromfluss zu unterbinden. Spindler bevorzugt die einfachen Lösungen, die sich ohne großen Kostenaufwand für jedermann schnell realisieren lassen. "Stellen Sie das Bett quer zur Strahlungsrichtung, dann haben Sie schon viel gewonnen", ist einer seiner einfachen Ratschläge.

"Ständig unter Strom stehen", der Ausdruck eines schnellen, dynamischen und erfolgreichen Lebens, gewinnt nach der Beschäftigung mit dem Thema Elektrosmog einen sehr faden Beigeschmack.