Düren: „Dank der Hospizbewegung kann der letzte Weg begleitet stattfinden“

Düren : „Dank der Hospizbewegung kann der letzte Weg begleitet stattfinden“

„Sterben und leben gehören zusammen — und Sterben kann man mit Leben füllen“, sagte Dr. Martin Franke zur Auftaktveranstaltung der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Hospizbewegung Düren-Jülich im Leopold-Hoesch-Museum.

Der erste Vorsitzende der Hospizbewegung machte deutlich: „Jubiläen bewirken ein Innehalten, ein Zurückschauen, aber auch einen Blick in die Zukunft. Die Menschen und ihre Sorgen waren und bleiben im Mittelpunkt der Hospizbewegung.“ Hospiz sei eine Haltung, so Franke. Die gesellschaftliche Wichtigkeit, „die auch Düren guttut“, unterstrich Sabine Schneider vom Leopold-Hoesch-Museum: „Dank der Hospizbewegung kann der letzte Weg begleitet und geborgen stattfinden. Es ist zwar ein Thema, das wir meist lieber verdrängen möchten, aber es ist sehr wichtig. Künstler setzen sich auch mit der Thematik ‚Sterben und Tod‘ auseinander.“ Und passend zum Jubiläumsjahr finden Museumsbesucher dieser Tage im Obergeschoss die Ergebnisse der Initiative „Hospiz macht Schule“, bei der sich Kinder des dritten und vierten Schuljahres künstlerisch mit dem Thema „Sterben und Tod“ beschäftigt haben.

Gerda Graf, 2. Vorsitzende der Hospizbewegung, führte die Zuschauer durch einen Abend, der Einblicke in Erfahrungswerte und Gefühlswelten einiger geladener Gäste bot. Leider musste Professor Herta Däubler-Gmelin, ehemalige Bundesjustizministerin und Schirmherrin des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes, ihren Besuch in Düren witterungsbedingt absagen.

Dürens Bürgermeister Paul Larue (CDU), Schirmherr der Hospizbewegung, erklärte, dass er zunächst Bedenken ob der Schirmherrschaft gehabt habe: „Ich habe riesigen Respekt vor denen, die tagtäglich für die Menschen da sind. Einen Schirm zu halten, ist dagegen einfach. Bei der Schirmherrschaft hatte ich Hemmungen, denn sie ist das Unwichtigste. Wesentlich sind die vielen Helfer, die hart arbeiten.“ Die Bewegung genieße von Anfang an Akzeptanz bei den Bürgern und sei „segensreich für Kreis und Region“.

Trauerbegleitung

Das untermauerte auch Seelsorger und Mitbegründer der Hospizbewegung Toni Straeten: „Wenn man bedenkt, dass in den Krankenhäusern früher schreckliche Zustände herrschten und die Sterbenden ins Badezimmer geschoben wurden, wird klar, wie notwendig eine Veränderung war.“ Darüber hinaus stellte sich Straeten die Frage, was mit den Trauernden passiere: „Dadurch ist die Trauerbegleitung ein wichtiger Bestandteil der Hospizbewegung geworden.“

Ohne die vielen Ehrenamtler, betonte Graf, könnten die vielen Aufgaben nicht bewältigt werden. Entsprechend bezog sie die Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel (CDU) und Dietmar Nietan (SPD) in das Gespräch mit ein. Beide betonten die Wichtigkeit des Ehrenamts. Über diese Form des „Menschseins“ habe Nietan „viel während meines Zivildienstes gelernt“. Rachel betonte, dass sich die Politik „stärker an den unterschiedlichen Menschen orientieren“ müsse.

Abschließend betonte Hartmut Prüss, Vorstandsmitglied, dass auch die helfen könnten, die nicht selbst einen Sterbenden begleiten möchten: „Dafür habe ich Verständnis. Es ist keine leichte Aufgabe.“ Derzeit habe die Hospizbewegung 540 Mitglieder. Der Jahresbeitrag betrage 30 Euro. Prüss‘ Appell: „Ich träume von einer vierstelligen Mitgliederzahl.“

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