Selfkant-Tüddern: Country-Musik vom Allerfeinsten im Selfkant

Selfkant-Tüddern : Country-Musik vom Allerfeinsten im Selfkant

Sicherlich hätten es mehr Besucher sein können, aber das erste „Westernpoint Country Festival“ hat zumindest den Veranstaltern Lust auf mehr gemacht. Und sicher ist, dass 2017 der Wilde Westen wieder am westlichsten Punkt, also sozusagen am Westpoint Deutschlands, zu finden ist.

Die Besucher, die zur Westzipfelhalle gefunden hatten, waren jedenfalls begeistert — ebenso wie Schirmherr und Bürgermeister Herbert Corsten. Die in Tüddern wohnende Country-Lady Eva East und ihr Gatte Duke Francis hatten binnen weniger Wochen das Festival organisiert.

Innerhalb kurzer Zeit war es ihnen gelungen, 22 Sängerinnen und Sänger aus fünf Ländern für einen guten Zweck zu engagieren. Denn Eva East und ihr Gatte wollen die Kinderhilfe Selfkant unterstützen. „Wir sind doch alle Menschen, wir müssen uns doch gegenseitig helfen“, sagt die Country-Sängerin.

Und dank ihres Rufes in der Szene als „Country Mama“ überzeugte sie alle Künstler und Künstlerinnen, ohne Gage für die Kinderhilfe Selfkant, Hilfe für krebs- und schwerstkranke Kinder, zu spielen und singen.

Und gleich nach den ersten Tönen am Samstagmittag blieb einigen die Stimme weg — zum Glück jedoch nicht den Sängern, sondern nur dem Publikum. Eva East präsentierte als Erste ihre kernige Country-Stimme, anschließend war Tochter Toni East an der Reihe. Die junge Dame sang sich kurzerhand in die Herzen des Publikums. Danach stand Julie Carpenter zum ersten Mal live auf der Bühne und präsentierte sich ebenfalls als coole Cowboy-Lady mit viel Ausstrahlung.

Ein Highlight reihte sich auf der Bühne an das andere. Und gleich bei der Eröffnung wurde deutlich: Der Westerntanz gehört einfach dazu. So konnten die Gäste zu Beginn über die Schrittfolge der Linedancer staunen und am Nachmittag dem Caller der Silver Wings aus Heinsberg lauschen, der ihnen die Schrittfolge ihres Squaredances ansagte.

In erster Linie waren es jedoch die Stimmen und die Country-Musik, die diesem Festival den Stempel aufdrückten. Da präsentierte zum Beispiel die erst 18-jährige Laura van den Elzen (Zweite bei der TV-Sendung „Deutschland sucht den Superstar 2015“) Country-Musik vom Allerfeinsten.

Und dabei konkurrierte sie mit bekannten Größen der Szene, die ebenfalls in Tüddern auf der Bühne standen, wie Konny Kron (2013 Country-Musik-Mastersiegerin), Jamy Sheene, Jay Wagner, Johnny Sanders Great Appeal, Campact, Will Claase, Clarence van Der Schaaf, Robert Lottmann, Claes van der Ster, Xandra, Jamiy Taylor und Will Claase oder Marian Filip, die aus Rumänien anreiste.

Denn die Künstler kamen nicht nur aus Deutschland und den Niederlanden. Vom Auftritt der Engländerin Sonya Hurst schwärmte Eva East noch am Tage nach dem Festival. Die „Dusty Saddle Boys“, die am Samstagabend auftraten, hatten eine zwölfstündige Anreise aus Vicenza in Italien hinter sich.

Und da die Band bereits bei vorangegangenen Auftritten für die Kinderhilfe gesammelt hatte, konnte sie am Abend ein Präsent an Beate Gorissen überreichen, bevor sie das Publikum glänzend unterhielt.

Nicht ganz so weit war die Anfahrt für „Yendis“, die Band, die am Sonntagabend die Bühne eroberte. Ihre Mitglieder wohnen im Rheinland und Ruhrgebiet, ihre Musik ist ein Mix aus Country, Classic Rock und Irish Fiddle Tunes.

Aber nicht nur der Sound, sondern auch die Show faszinierte das Publikum. Wenn zum Beispiel Frontmann Dirty Harry auf seiner weißen Fiddle spielte, dann klemmte er sich das Instrument nicht etwa brav unters Kinn, sondern geigte fröhlich in allen Lagen — auch hinter dem Rücken.

Heinz-Josef Dahlmanns, zweiter Vorsitzender der Kinderhilfe, war begeistert. Ob das wohl der Grund war, warum die Band 2012 mit dem Titel „Country Music Euro Master“ ausgezeichnet wurde? Vermutlich. Dirty Harry, Judy Heart, Susanna Keye und Chris Beam eroberten die Westzipfelhalle jedenfalls im Sturm.

Ein würdiger Abschluss für dieses Event.

(agsb)