„Club Aristoteles” lädt zum „Offenen Erfinden”

„Club Aristoteles” lädt zum „Offenen Erfinden”

Kreis Heinsberg. „Was ist das wieder ein Schiet”, so eine total genervte Hausfrau, als sie, ihr Kleinkind daneben, bei Sturmwetter versucht, eine Batterie Pfandrückgabeflaschen in einer Plastikbox vor dem Supermarkteingang zusammenzubekommen.

Genau da haben die Kreis Heinsberger Erfinder vom „Club Aristoteles” mit ihrer neuesten Patentkonzeption „Pfandflaschen-Rücknahme-Automaten” angesetzt.

Denn Erfinderclub-Chef Ulrich Werner aus Geilenkirchen hatte es schon immer gestunken, beim Fitness-Mountainbiking seitlich der Radwege ein genaues Abbild Kreis Heinsberger Autofahrer-Getränkekultur präsentiert zu bekommen: „Da finden sie alles! Von meisterhaften Jäger-Flaschen bis zur Doping-Limonade! Alles vertreten!”

Mit einer ganz neuen Strategie

Die Erfinder, die professionell vom INSTI-Netzwerk betreut werden und dazu noch - klein, aber fein - vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gefördert werden, wollen da mit einer ganz neuen Patentkonzeption rangehen. Aber auch mit einer ganz neuen Strategie, eben diese Patentkonzeption auch zu vermarkten.

Produzent gesucht

Ein Patent zu vermarkten, bedeutet in diesem Fall, einen Produzenten zu finden, der die Patentidee auch produziert. Und das ist schwere Ausdauerarbeit, die Zeit und Geld kostet.

„Eigentlich ist das doch ganz einfach”, so Erfinderchef Werner. „Wir wissen doch, dass Millionen allwöchentlich leidenschaftlich Lotto spielen. Fakt 1: die Spielsucht. Wir wissen, aber leider auch, dass trotz Rücknahmepfand immer ein Drittel zum Beispiel der Getränkedosen weiter Natur und Straßen verschandelt. Fakt 2: Da muss was Besseres her!”

Und Fakt 3, so Ulrich Werner: „Es werden Getränkerücknahme-Automaten kommen!” So erläutert Werner weiter seine Tüfteltechnik: „Die drei genannten Fakten zusammen, und es steht die neue Patentkonzeption.”

Das Getränkerücknahme-Automatensystem ist zunächst einmal dadurch gekennzeichnet, dass der Benutzer in jedem Fall sein Pfand erhält; zum Beispiel durch eine Pfandmünze.

Aber dann soll das Lotto-Prinzip zum Einsatz kommen: Zum Beispiel jeder 77., jeder 333., 10 000. erhält einen besonderen Chip. Und dieser Chip kann der goldene Chip mit 1000 Euro Gewinn, kann aber auch ein Chip mit zehn Euro Gewinn sein. Dazwischen sind alle Gewinnabstufungen denkbar.

Wer also, so erläutert Ulrich Werner, ganz brav seine Flaschen oder Büchsen einwerfe, habe vielleicht eine Chance, einen Wochenendgewinn zu erzielen, zum Beispiel ganz schnell mal eben nach Paris oder Rom per Flieger...

Wie die Erfinder vom „Club Aristoteles” weiter erläutern, haben sie in den letzten Monaten genau die Presse verfolgt, wissen, welche Firmen zum Beispiel Getränkedosen oder Getränkeautomaten produzieren.

„Aber jetzt versetzen Sie sich bitte in den Kopf eines solchen Profi-Ingenieurs”, sagt Ulrich Werner. „Da kommt dann von außen so ein Amateur mit einem Patentpapierchen und will uns Alt-Profis zeigen, wie es besser geht! Also Abschmettern! Egal wie! Abschmettern!”

Mehrere Köpfe schaffen es umso besser

Die Erfinder wissen, dass da die entscheidende Hürde liegt: Ein guter Erfinder muss auch guter Kaufmann und auch trickreicher Stratege sein. „Und genau da setzen wir Club-Aristoteles-Erfinder an”, erklärt Werner.

„Was ein Kopf nicht schafft, das schaffen mehrere Köpfe, je mehr, umso besser! Wir machen endlich Schluss mit der Alleingeheimniskrämerei beim Erfinden und auch beim Vermarkten! Unser neues Innovationsmanagement lädt ein zum ,Offenen Erfinden.”

Für die Aufteilung späterer möglicher Lizenz- und Patentverkaufsgewinne sollen genaue Spielregeln gelten und so helfen, einen wüsten Streit über die geleistete Arbeit und die Aufteilung der Gelder zu vermeiden.