Chancen für Landwirte, Kommunen und Klima

Chancen für Landwirte, Kommunen und Klima

Kreis Heinsberg. Die intensive Nutzung von Biomasse als Teilaspekt für die zukünftige Energie- und Wärmeversorgung und daraus resultierende Chancen für Landwirte, Kommunen und Klimaschutz waren Thema einer Info-Veranstaltung.

Das beim Landesumweltministerium angesiedelte Zentrum für ländliche Entwicklung, die Landesinitiative Zukunftsenergien NRW, der Kreis Heinsberg, und der Rheinische Landwirtschaftsverband (Kreisbauernschaft) als Veranstalter boten dazu umfassende Fachreferate sowie viel Diskussions- und Gesprächsstoff.

Landrat Stephan Pusch und Kreisbauernvorsitzender Bernhard Conzen begrüßten am Donnerstag zum Auftakt in der Festhalle Oberbruch Staatssekretär Dr. Thomas Griese aus dem Landesumweltministerium sowie die weiteren Referenten und freuten sich über die große Resonanz. Mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit des stark von der Landwirtschaft geprägten Kreises und das Erkennen und Nutzen von Chancen regenerativer Energien müsse man „ideologie- und vorurteilsweise” daran gehen, so Landrat Pusch. Die Nutzung von Biomasse bezeichnete er als wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung der Zukunftsfähigkeit und betonte, dass man nicht nur an Windräder denken dürfe, wenn es um regenerative Energien gehe.

Conzen stellte die Notwendigkeit heraus, „das Steuer der verschwenderischen Energiepolitik herumzureißen”. Deshalb müsse die Bereitschaft zur Nutzung alternativer Energien wachsen, wozu die Region mit ihrer innovativen Kraft ein nachahmenswertes Beispiel geben solle. Notwendig dazu sei für die rund 900 landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis langfristige Planungssicherheit.

Staatssekretär Griese betonte, dass man für neue Ideen Verbündete in den Kommunen brauche. Das Ziel des Landesumweltministeriums sei, bis zum Jahr 2020 jeweils 25 Prozent der Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung auf Basis erneuerbarer Energien zu sichern; dies mit einem hohen Anteil nachwachsender Rohstoffe. Angesichts der großen Abhängigkeit von teurem und begrenzt verfügbaren Öl aus Krisenregionen laute die Devise: „Weg vom Öl!”

Fossile Energien seien nicht nachhaltig und irgendwann nicht mehr bezahlbar, verwies er auf die Verfünffachung des Ölpreises in den vergangenen Jahren. Biomasse könne auch als Jobmotor genutzt werden und biete neue Einkunftsmöglichkeiten für die Landwirte und mehr Sicherheit durch einen kurzen, regionalen Rohstoffkreislauf. Die Land- und Forstwirtschaft habe eine Schlüsselrolle als Motor der Wertschöpfung in der Region.

Griese berichtete über bereits erzielte Erfolge bei der Stromerzeugung aus Biomasse. Die neuen Vergütungssätze für Bioenergie würden für einen Boom in der Branche sorgen. Ein weiterer Schritt sei die Biogaseinspeisung in das Erdgasnetz.

Der Staatssekretär empfahl als ideale Alternative Biokraftstoffe, die vor der Haustür erzeugt würden und CO-2-neutral seien. Gerade darin liege eine große Chance für die Schaffung regionaler Wertschöpfungsketten, wozu auch Überschüsse an Zuckerrüben dienen könnten. Griese kündigte die Förderung der Umrüstung kommunaler Fahrzeugflotten auf Betrieb mit Bioethanol und Rapsöl an.