Aachen: Centre Charlemagne: Lehrstündchen in Sachen Demokratie

Aachen : Centre Charlemagne: Lehrstündchen in Sachen Demokratie

Die ersten Schulklassen laufen durch das Foyer des Centre Charlemagne. Die Schüler bleiben vor großen Tafeln stehen, unterhalten sich und diskutieren, um dann zusammen einen Fragebogen auszufüllen. „Der Bundestag stellt sich vor. Die Wanderausstellung des Parlaments“ ist bis Sonntag zu Gast im Aachener Stadtmuseum Centre Charlemagne am Katschhof.

Die Wanderausstellung beschäftigt sich mit Themen rund um den Bundestag. Wie wählen die Abgeordneten eigentlich die Bundeskanzlerin? Was ist eine Petition, was ist ein Hammelsprung? Auf den verschiedenen Tafeln werden zum Beispiel die Aufgaben und die Geschichte des Bundestages verständlich erklärt.

Die Ausstellung soll den Bundestag und die Arbeit des Parlaments vorstellen und Interesse an Politik wecken. „Das Ziel ist, möglichst viele Menschen mit dem Herz der Demokratie vertraut zu machen“, erklärt Rudolf Henke, CDU-Bundestagsabgeordneter für Aachen und Vermittler.

Die Schüler bekommen zu Beginn der Ausstellung einen Fragebogen, den sie ausfüllen können, während sie die Erklärungen und Informationen auf den Tafeln lesen. Das Referat für Öffentlichkeitsarbeit des Bundestages hat zwei Guides gestellt, die durch die Ausstellung führen. Sie sind Lehrkräfte des Bundestages und stehen als besonders geschulte Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung.

Bei Bedarf informieren sie gerne die Besucher, übernehmen auf Wunsch aber auch Vorträge für angemeldete Schulklassen. Neben den Tafeln gibt es Informationsmaterial, welches Interessierte mitnehmen können. Die Antworten auf das Quiz sind jedoch überall auf den Tafeln zu finden.

„Das Ziel ist es, den Bundestag erfahrbar und transparent zu machen“, erklärt Heribert Molitor, einer der Guides vom Referat für Öffentlichkeitsarbeit. Die Resonanz sei sehr rege und viele Schulen bereiten Fragen vor, wie zum Beispiel „Warum ist der Bundestag oft so leer?“.

Insgesamt hat die Ausstellung 20 Ausstellungstafeln. Auf einer der Tafeln werden immer Bilder der aktuellen Bundestagsabgeordneten des jeweiligen Wahlkreises ausgehängt. Mit der Ausstellung unterstützt der Deutsche Bundestag seit vielen Jahren erfolgreich den Dialog zwischen den Abgeordneten und den Bürgerinnen und Bürgern. Dieses Instrument der Öffentlichkeitsarbeit ist in besonderer Weise geeignet, Aufgaben und Arbeitsweise des Parlaments und seiner Mitglieder zu vermitteln.

Direkt zwei Klassen

Innerhalb der ersten Stunde nach Öffnung des Museums schauten sich bereits zwei Schulklassen die Ausstellung an. „Ich glaube, dass Jugendliche und die Schüler die Zukunft des Landes sind“, sagte Henke. „Wenn wir in Zukunft in einer Demokratie leben möchten und wollen, dass diese Demokratie lebt, dann müssen wir die Jugend begeistern“.

Kathrin Althoff ist Lehrerin am Berufskolleg Alsdorf und besuchte mit ihren Schülern die Ausstellung. Die Schüler der Klasse sind bald volljährig. „Politische Bildung ist sehr wichtig“, sagte Althoff. „Die Schüler müssen in ein oder zwei Jahren wählen. Sie sollen ja auch wählen, sonst haben wir irgendwann keine Demokratie mehr.“

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