Selfkant: CDU-Ratsherr Beckers denkt nicht an Rücktritt

Selfkant : CDU-Ratsherr Beckers denkt nicht an Rücktritt

An eine vergleichbare Situation kann sich Selfkants Bürgermeister Willi Otten beim besten Willen nicht erinnern.

Die kompletten Fraktionen von SPD, FDP und IGNS drohen mit einer Art Generalboykott, falls Isenbruchs Ortsvorsteher, CDU-Ratsmitglied und Bauausschuss-Vorsitzender Leo Beckers nicht umgehend von seinen Ämtern zurücktrete.

Beckers hatte in einem Faltblatt die Isenbrucher aufgefordert, ihr etwaiges, unverbindliches Interesse am Erwerb von Baugrundstücken in einem Gebiet zu bekunden, über das vom Rat noch gar nicht beschlossen worden war. Besonders heikel erschien den Oppositionsfraktionen dabei die Tatsache, dass „besagtes Baugebiet zu nicht unerheblichem Teil im Besitz seiner Familie ist”.

Dass SPD, FDP und IGNS bis zur Kommunalwahl im September an keiner Ratssitzung und keinem Ausschuss mehr teilnehmen wollen, wenn Beckers nicht seine Ämter niederlege, müsse wohl vor dem Hintergrund eben dieser Kommunalwahlen gesehen werden, bewertet Willi Otten die Aufsehen erregende Aktion. Zu bedenken sei für die Ratsvertreter: „Wenn die CDU anwesend ist, dann ist der Rat schon beschlussfähig. Das gilt auch für die Ausschüsse.”

„Schwierige Situation”

Gleichwohl ist sich auch Otten bewusst, dass Leo Beckers durch sein Vorgehen eine „schwierige Situation” heraufbeschworen habe. Darüber sei mit ihm auch CDU-intern bereits gesprochen worden. Eine konkrete Aussage über eine mögliche Lösung des Problems sei durch den Isenbrucher Ortsvorsteher jedoch bislang nicht getroffen worden. „Beckers machte in der Ratssitzung auch nicht den Eindruck, dass er zurücktreten wolle.”

Dies hat Otten offenbar richtig erkannt; denn gegenüber unserer Zeitung machte Leo Beckers am Montag eindeutig klar: „Ich ziehe keine Konsequenzen in Form eines Rücktritts!” Er habe sich nichts vorzuwerfen. „Wenn sie hier im Ort jemanden fragen, weiß jeder, dass meine Frau in dem Baugebiet eine Teilfläche besitzt.”

Jetzt werde jedoch der Eindruck erweckt, als habe daraus ein Geheimnis gemacht werden sollen. Außerdem sei es doch sinnvoll, zunächst einmal das grundsätzliche Interesse der Bürger an der Ausweisung eines Baugebietes zu ermitteln, ehe damit die Ausschüsse oder der Rat behelligt würden. Nichts anderes habe er getan.

„Für mich ist das Ganze hauptsächlich Wahlkampf. Bei der letzten Kommunalwahl habe ich über 70 Prozent der Stimmen bekommen, die SPD - glaube ich - etwas über 8 Prozent. Daran können sie sehen, was dahinter steckt.” In Kürze wolle er sich dennoch mit einer umfassenderen Stellungnahme an den Bürgermeister und die Öffentlichkeit wenden.