Region Aachen: CDU-Bezirk zieht mit Verheyen ins Europaparlament

Region Aachen : CDU-Bezirk zieht mit Verheyen ins Europaparlament

Die Frauen machten am Donnerstagabend in der Heinsberger Stadthalle das Rennen: Sabine Verheyen, 44-jährige Bürgermeisterin der Stadt Aachen, wurde zur Bewerberin des CDU-Bezirks Aachen für die Europawahl am 7.Juni 2009 gekürt. Sie setzte sich in einer Stichwahl gegen Dr.Patricia Peill (Düren-Jülich) mit 70:60 Stimmen durch.

Sabine Verheyen darf bei der Delegiertenversammlung der NRW-CDU am 5.Dezember mit einem als sicher geltenden Listenplatz rechnen und folglich auf den Einzug ins Europäische Parlament hoffen.

Die unterlegene 45-jährige Betriebswirtin, Personalmanagerin und Landwirtin aus Nörvenich sicherte sich aber schließlich in einem separaten Wahlgang mit 78 Stimmen die Position als persönliche Vertreterin Verheyens und als zweite Listenbewerberin aus dem Bezirk Aachen.

Das Nachsehen hatten die Männer: Franz-Michael Jansen (Kreis Heinsberg) war im ersten Wahlgang für den Bewerberposten mit 32 Stimmen ausgeschieden.

Da hatte Sabine Verheyen 60 Stimmen erzielt, Patricia Peill kam auf 39 Stimmen. Bei der Wahl des Vertreters erreichte Jansen auf 27 Stimmen, während Hans Brüggemann (Kreis Euskirchen), der auf eine Kandidatur im ersten Wahlgang verzichtet hatte, 25 Stimmen verbuchte. Damit waren beide chancenlos gegen Patricia Peill.

Bevor die geheimen Wahlen überhaupt beginnen konnten, hatte es ein Hickhack um das Abstimmungsprozedere gegeben. Der Vorschlag des Bezirksvorstandes, die Positionen des Vertreters und des zweiten Listenbewerbers zu koppeln, konnte erst nach Diskussion und Abstimmung durchgesetzt werden.

Dank für das faire Miteinander

Engagiert und aktiv will sich Sabine Verheyen auf dem europäischen Parkett einbringen. „Ich werde nicht schweigen!” Die kommunale Komponente mit dem europäischen Engagement zu verbinden, dies sei ihr Ziel, hatte sie vor ihrer Wahl gesagt, die sie freudestrahlend „sehr gerne” annahm. Sie bedankte sich bei den anderen Kandidaten für das faire Miteinander.

Hohes NRW-Interesse an Europa

In einem Grußwort hatte NRW-Europaminister Andreas Krautscheid das hohe Interesse des Landes betont, Europa voranzubringen. Und die Landesregierung treibe die Zusammenarbeit mit den Benelux-Staaten voran. Krautscheid sprach allerdings auch kritische Punkte an: Bewährte Institutionen wie Sparkassen oder Stadtwerke zu schleifen, „das werden wir nicht mitmachen”.

Mit ihrem derzeit noch gültigen Vertragswerk sei die Europäische Union noch nicht wirklich fit für Europa. Kritisch betrachtete der Minister die mögliche EU-Erweiterung um die Türkei: „Die sind noch nicht soweit! Und wir sind noch nicht soweit!”