"Casablanca" kam bestens an

"Casablanca" kam bestens an

Hückelhoven (an-o/hl) - Applaus auf offener Bühne in der fast ausverkauften Aula des Gymnasiums für die Produktion des Aachener Grenzlandtheaters "Casablanca oder wie ein Musical entsteht", einer musikalischen Komödie des Berliner Autors Ulf Dietrich, der auch Regie führte.

Zweieinhalb Stunden "tobte" auf der Bühne eine gekonnte Mischung aus Theater, Musical, Nonsens, ineinander verwobenen Geschichten, Persiflagen, nostalgischen Erinnerungen, angenehmen und unangenehmen Überraschungen und manchem mehr, und alles präsentiert mit ausgelassenem Spielwitz und offensichtlichem Behagen am theatralischen Durcheinander, dem auch ein gelegentlicher Griff in die Klamauk-Kiste nicht schadete.

Selbstverständlich gab es einige Rückgriffe auf den Kultfilm Casablanca und sein unsterbliches "As Time goes By", aber nicht als Remake, sondern wiederum als ironisierende Verspottung auch tiefster Melodramatik. Auch der geschickte Einbau von Abba-Schlagern und von Evergreens wie Katja Ebsteins "Theater", Marianne Rosenbergs "Er gehört zu mir" (allerdings als Liebeslied von Männern), Hildegard Knefs "Für mich solls rote Rosen regnen" oder "Dein ist mein ganzes Herz" aus Léhars Land des Lächelns sorgten für ein permanentes musikalisches Sich-Wohlfühlen des Publikums.

"Thank you for the music"

Ohne die Leistung des gesamten Ensembles schmälern zu wollen, sind besonders hervorzuheben der musikalische Leiter und "Mann am Klavier" Eddy Teger, der mit einer großartigen Stimme ausgestattete quirlige Eric Minsk als Rick und nicht zuletzt Nicole Malangré, die von der schüchternen Sekretärin und Vorsitzenden des Abba-Fanclubs zur Grande Dame Ilse mutierte, mit ihrem angenehmen und kraftvollen Sopran.

Die Zugabe nach dem begeisterten Schlussapplaus ließ sich wohl in zwei Richtungen interpretieren: "Thank you for the music" sang das Ensemble.