Kreis Heinsberg: Caritas zieht um: In neuer Unterkunft sollen Familien zusammenfinden

Kreis Heinsberg : Caritas zieht um: In neuer Unterkunft sollen Familien zusammenfinden

Neue Räumlichkeiten hat die familienaktivierende Gruppe der Heimerziehung des Caritasverbandes für die Region Heinsberg gefunden. Ehemals untergebracht im Kinderdorf Dalheim, verfügt sie nun über ein großzügiges Haus im Hückel­hovener Stadtteil Kleingladbach an der Palandstraße mit einem hellen Wohnzimmer, einem großen Essbereich, acht Kinderzimmern, in denen derzeit neun Kinder leben, sowie einem großen Garten mit Tischtennisplatte und einer überdachten Terrasse.

Die neuen Räumlichkeiten wurden offiziell eröffnet und von Pfarrer Winfried Müller, Vorsitzender des Caritasverbandes, eingesegnet. „Wenn wir dieses Haus segnen, stellen wir die Würde des Menschen und der Kinder in den Vordergrund“, betonte Müller.

Dies sei der Tag, an dem die offizielle Eröffnung des neuen Hauses begangen werde, erklärte Gottfried Küppers, Geschäftsführer des Caritasverbandes. Zu Beginn des Jahres habe man sich auf die Suche nach größeren und ansprechenden Räumen für die beiden Rückführungsgruppen der Einrichtung Jugend & Familie gemacht, um eine Verbesserung des Standards zu erreichen sowie sich inhaltlich wie fachlich besser aufzustellen, fuhr er fort. Diese Möglichkeit hätte nicht auf dem Gelände des Kinderdorfs in Dalheim bestanden. Ihn freue es zu sehen, dass nun endlich das Haus offiziell seiner Bestimmung übergeben werden könne.

Seinen Worten schloss sich Ute Echternkamp, Einrichtungsleitung Jugend & Familie, an. „Ich bin froh, dass wir jetzt an dem Punkt sind und die Gruppe eingerichtet haben“, sagte sie. Konzeptionell gehe es in den Gruppen von Jugend & Familie darum, Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit zu stärken, Ressourcen wiederzubeleben und den Familien die Kontrolle zurückzugeben.

Im Vordergrund stehe, bei der Arbeit mit den Familien sicherzustellen, dass das Kind zu Hause bleiben könne. So gehe es beispielsweise bei der ­Mutter-Kind-Gruppe in Erkelenz darum, die Basis zu schaffen, um mit dem Kind zusammenleben zu können. Sollte es dennoch vonnöten sein, das Kind aus der Familie herauszunehmen, so geschehe dies nur für einen eng begrenzten Zeitraum. „Die familienaktivierende Gruppe ist eine solche Möglichkeit“, so Echternkamp.

Auch wenn das Kind vorübergehend in einer solchen Wohngruppe wohne, sei das Ziel die Rückführung in die Familie nach einem halben Jahr. Aus diesem Grunde werde auch vom ersten Tag an mit den Eltern zusammen gearbeitet. „Es ist wichtig, die Eltern beziehungsweise Familie in den Erziehungsprozess komplett einzubeziehen. Wir versuchen nichts zu machen, was den Eltern quasi übergestülpt wird“, so Ute Echternkamp. Diese Zielsetzung stelle die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor eine besondere Herausforderung.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen sich an die Seite der Eltern, um den Prozess der Rückführung in die Familie so zu unterstützen“, sagte sie. „Darum arbeiten wir auch eng mit den Jugendämtern zusammen.“ Mit dem Haus in Kleingladach würden darüber hinaus Standards umgesetzt, wie jedem Kind ein Einzelzimmer zu bieten. „Es ist eine spannende Zeit mit vielen Veränderungen. Wir sind gut aufgestellt für zukünftige ­Herausforderungen einer sich verändernden Jugendhilfelandschaft“, schloss Echternkamp.

Anschließend überbrachte Ralf Schwarzenberg, Leiter des Jugendamtes der Stadt Hückelhoven, die Grüße von Bürgermeister Bernd Jansen. „Sie schauen mit einem innovativen Konzept, wie es mit Kindern und Jugendlichen weitergehen kann“, sagte er. Man habe sich früh aufgestellt, um den Geist des Kinder- und Jugendhilfegesetzes Rechnung zu tragen. Es gehe immer um die Kinder- und Eltern­zusammenführung.