Kreis Heinsberg: „Bunte Menschen“ erobern Kreis Heinsberg

Kreis Heinsberg : „Bunte Menschen“ erobern Kreis Heinsberg

In Haiti wurden sie schon gesichtet, am Reichstag in Berlin, im Borussen-Stadion in Mönchengladbach. Jetzt erobern sie den Kreis Heinsberg: die ­„Bunten Menschen.“ Denn alle katholischen Jugendfreizeiteinrichtungen im Kreis Heinsberg sind Botschafter der Aktion geworden.

Ein absoluter Hingucker sind die 45 Zentimeter großen bunten Menschen aus stabilem beschichtetem Material an einem 80 Zentimeter langen Holzstock. Und sie sind in wichtiger Mission unterwegs, denn sie stehen symbolisch für Vielfalt, Toleranz und Freiheit. „Das deckt sich mit den pädagogischen Zielen unser Arbeit“, sagte Jochen Ostländer, Leiter des Jugendzentrums St. Martin in Wegberg.

Verschiedenheiten akzeptieren, Toleranz lehren, Miteinander schaffen — ein Bemühen, das alle Jugendfreizeiteinrichtungen im Kreis eint. „Mit den ‚Bunten Menschen‘ wollen wir dafür ein sichtbares Zeichen setzen“, auch da zeigten sich bei einem Pressegespräch in Wegberg Jochen Ostländer (Jugendzentrum St. Martin Wegberg), Franz-Josef Stoffels (Jugendtreff Alte Schule Höngen), Jan Steinsiek (Offene Jugendarbeit Waldfeucht), Christina Meyers (Katho Erkelenz) und ­Melanie Kohnen (Jugendheim St. Lambertus Hückelhoven) einig.

Idee eines Schreinermeisters

Die Idee zu den „Bunten Menschen“ hatte vor vier Jahren ein Schreinermeister aus Viersen, der in unregelmäßigen Abständen 200 bis 300 bunte Menschen aufstellte. Gedacht als Experiment, um zu erfahren, wie Menschen auf eine Information reagieren, die sie nicht einordnen können.

Bald schon waren die „Bunten Menschen“ in den sozialen Medien präsent, Gerüchte kamen in Umlauf. Der Schreinermeister vergrößerte seinen Aktionsradius, schickte die Figuren mit Bekannten auf Reisen und es tauchten Bilder von „Bunten Menschen“ in Schottland, Österreich oder auf der Queen Mary auf. Zum einjährigen Geburtstag der „Bunten Menschen“ im Frühjahr 2015 lüftete der Viersener sein Geheimnis und erzählte seine Geschichte.

Die Aktion rief ausschließlich positive Reaktionen hervor und nahm an Fahrt auf. Aus dem anfänglichen Run auf die „Bunten Menschen“ wurde eine regelrechte Bewegung. Die Kultfiguren sollen zudem Geld für caritative Zwecke sammeln. Botschafter sollen die Geschichte der „Bunten Menschen“ in die Welt tragen und verkünden, dass sie ein Symbol für menschliche Vielfalt, Freiheit und Toleranz sind.

Figuren und Pins

Solche Botschafter sind sie jetzt geworden, die katholischen Freizeiteinrichtungen im Kreis Heinsberg. Neben den großen Figuren sind auch fünf Zentimeter große Pins erhältlich. Fünf Euro kosten die „Bunten Menschen“, 1,50 Euro davon fließt in caritative Projekte. Über den genauen Verwendungszweck entscheiden die Leiter der Jugendfreizeitstätten gemeinsam mit den Jugendlichen. Die Figuren sind in den Einrichtungen erhältlich.

(mb)