Hückelhoven-Hilfarth: Bürgerpartei spricht von „Verfilzung”

Hückelhoven-Hilfarth : Bürgerpartei spricht von „Verfilzung”

Die Bürgerpartei lehnt den Haushalt der Stadt als „unseriös und zukunftsfeindlich” ab. CDU und SPD warf Ratsherr Rudi Freyler darüber hinaus „Vettern- und Misswirtschaft” vor.

Die Bürgerpartei präsentierte sich auf ihrer Mitgliederversammlung in der Gaststätte „Windelen” kämpferisch und selbstbewusst.

Vorsitzender Bernd Jansen verwies darauf, dass sich gegenüber der vorletzten Wahl die Anzahl der Stimmen verdoppelt habe und bezeichnete die Bürgerpartei als die „klaren Sieger der Kommunalwahl”. Die CDU habe dagegen „das Vertrauen der Hückelhovener verspielt”.

Trotzdem, so Bürgermeisterkandidat und Ratsherr Jochem Frickinger, könne man aufgrund der Mehrheiten im Rat die „verfilzten Zustände in Hückelhoven nicht grundlegend ändern”. Bürgermeister Jansen warf er vor, dieser verstehe konstruktive Zusammenarbeit im Rat und bei den Fraktionen als „ein kritikloses Abnicken der Verwaltungsvorschläge”. Dies werde es mit der Bürgerpartei nicht geben.

Der Vorsitzende der fünfköpfigen Ratsfraktion, Rudi Freyler, ging mit gewohnt scharfen Worten vor allem auf den Haushalt der Stadt ein, der „auf tönernen Füßen” stehe. Die rund 421.000 Euro, „um die sich die Stadt beim Haushalt verschätzt” habe, führte er auf die Mehrbelastung durch „Hartz IV” zurück. „Der Kämmerer rechnet viel zu optimistisch” und müsse später „millionenschwer zurückrudern”. Dies sei ein „unverantwortliches Rechnen mit mehreren Unbekannten”.

Bekannt sei allerdings die Verschuldung der Stadt, die seit 1996 um 28 Prozent gestiegen sei. Im gleichen Zeitraum habe sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf rund 40.000 Euro gar verdoppelt.

Durch die geplanten Investitionen und Kredite seitens der Stadt würden „Konsumtempel ohne Ende” geschaffen, vor denen aber „Hückelhovener ohne Geld” ständen. Arbeitsplätze, so Freyler, müssten im produzierenden Gewerbe geschaffen werden.

Mit Blick auf die bevorstehenden Baumaßnahmen am Wildauer Platz erklärte er, dass die Bürgerpartei „einer weiteren Verschuldung” ebenso wenig zustimmen werde wie mangelnder Sozialverträglichkeit gegenüber den Anwohnern. Der soziale Aspekt werde für die Bürgerpartei „weiterhin entscheidend” sein.