Wegberg/Heinsberg: Bürgerhalle: „Das ist keine billige Lösung!”

Wegberg/Heinsberg : Bürgerhalle: „Das ist keine billige Lösung!”

Am 4. September um 10.30 Uhr ist es endlich soweit: Dann wird in Wegberg mit dem Bau der Bürgerhalle begonnen. Rund 1,2 Millionen Euro wird die Veranstaltungshalle kosten.

Investor ist das Heinsberger Bauunternehmen Florack. EVZ-Mitarbeiter Thomas Wenkert hat mit Geschäftsführer Rainer Florack über das Millionen-Projekt in der Schwalmstadt gesprochen.

Da liegt sie also, die Bürgerhalle der Stadt Wegberg. Groß, breit und mehrere Zentimeter dick! Die Außenwände, Stützbalken und Stützpfeiler der Halle, für die die Wegberger Vereine so lange gekämpft haben, sind in einer Werkshalle des Bauunternehmens Florack untergebracht.

„Das sind die Fertigteile, damit der Bau schneller voran geht. Deswegen rechnen wir damit, dass wir bis zum Winter mit den Außenarbeiten fertig sein werden”, erklärte Diplom-Ingenieur Rainer Florack, der zugleich Geschäftsführer des Heinsberger Unternehmens ist.

Florack ist jener Investor der Bürgerhalle, auf den die Stadt Wegberg so lange gewartet hatte. Als klar war, dass der Umbau der Sonderschule an der Beecker Straße zu teuer für den knappen städtischen Haushalt ist, begann die Suche nach einem privaten Investor. Und der fand sich im Unternehmen Florack.

„Wir sind keine Wohltäter. Natürlich haben wir der Stadt geholfen, aber für uns ist das auch ein Geschäft”, so Florack. Seit fast zehn Jahren bietet die Bauunternehmung Florack mit den beiden Schwesterfirmen Bauregie Florack und Florack Immobilien so genannte Fertiglösungen an.

„Weil das alles unter einem Dach bleibt - von der Planung bis zum Bau - können wir natürlich bei den Preisen flexibler sein”, nennt Rainer Florack einige Vorteile dieser Unternehmenspolitik. Rund 1,3 Millionen Euro wird die Bürgerhalle kosten, vorher angedachte Projekte hätten bei mehr als zwei Millionen Euro gelegen.

Florack hat mit der Stadt Wegberg einen Pachtvertrag über 25 Jahre abgeschlossen. Nach Informationen der Erkelenzer Volkszeitung liegt der monatliche Mietpreis bei rund 7500 Euro. Die Stadt Wegberg vermietet die Halle weiter an den Geschäftsführer der Burg Wegberg, Lothar Rhönisch. „Wir wollten das unbedingt mit Lothar Rhönisch zusammen machen. Wir wollten eine Verbindung zwischen Bürgerhalle und Burg Wegberg. Unser Investition hatten wir daran gekoppelt. Rhönisch oder keine Bürgerhalle”, erklärt der Geschäftsführer.

Und wie wichtig dem Unternehmen diese Verbindung ist, zeigt sich auch in der Planung. Es wird ein überdachten Weg zwischen Bürgerhalle und Burg Wegberg geben. Und auch das „Outfit” der Halle passt sich der Burg an.

„Das Fugenbild wird trotz Fertigteilen so aussehen, als würden dort wirklich Steine sein. Wir wollen etwas vernünftiges bauen, schließlich haben wir einen Ruf zu verlieren. Es geht bei solchen Projekten auch ums Image”, erklärt Rainer Florack. Die vorgeschriebene Bauzeit von neun Monaten, da ist er sich sicher, werde man unterschreiten. „Den Tanz in den Mai am 1. Mai 2003 in der Bürgerhalle sehe ich nicht in Gefahr”, so der Diplom-Ingenieur.

Mit den Arbeiten wird das Unternehmen am 2. September beginnen, derzeit steht zwischen der Burg Wegberg und dem Rathaus nur ein Bauschild. Außerdem wartet Florack auch noch auf die Baugenehmigung. „Die wird wohl in den nächsten Tagen hier eintrudeln”, zeigt er Zuversicht.

Dass die Halle „nur” 1,3 Millionen Euro kostet und deshalb von vielen als „Billiglösung” angesehen wird, das kann Rainer Florack nicht verstehen. „Das ist wirklich keine Billiglösung. Das ist eine sehr hochwertige Halle. Zusammen mit der Burg Wegberg wird das gesamte Projekt harmonisch wirken. Das war und ist unser Ziel, sonst hätten wir ein solches Angebot nicht gemacht.”

Die Bürgerhalle wird 25 Meter breit und 40 Meter tief sein. Die Außenhöhe beträgt sieben Meter. Es handelt sich um eine Stahlkonstruktion mit 30 Zentimeter dicken Gasbetonaußenwänden. In der Halle ist ein Bestuhlung für 528 Personen an Tischen möglich. Auf der Empore ist Platz für 64 Besucher.