Erkelenz: Bürger sollen zu Besen und Eimer greifen

Erkelenz : Bürger sollen zu Besen und Eimer greifen

Bürger und auch einige Politiker hatten beim letzten CDU-Stammtisch gerügt, dass die Parks und Friedhöfe durch Müll und Hundekot verschmutzt sind und Unkraut in den Anlagen wächst.

Diese Diskussion beim gut besuchten Stammtisch war nun Anlass für die Verwaltung beim Hauptausschuss zu reagieren. Demnach treffe es zwar zu, dass in vielen Bereichen ein verstärktes Müllaufkommen bestehe, doch befänden sich die Grünanlagen und Friedhöfe in einem „akzeptablen Pflegezustandá”, befand der technische Beigeordnete der Stadt, Ansgar Lurweg.

Auch im Interesse der Mitarbeiter des Baubetriebshofes und der beauftragten Firmen, die mit der Pflege der Grünanlagen betraut sind, wies er darauf hin, dass die Pflegestandards für öffentliche Grünanlagen wegen der knappen Haushaltsmittel erheblich reduziert worden seien.

„Die Ausschussmitglieder wurden seinerzeit hierüber eingehend informiert und gebeten, auch bei den Bürgern für diese Maßnahme um Verständnis zu werben”, appellierte Lurweg nochmals an alle.

Ferner habe die Verwaltung in diesem Zusammenhang zu Beginn des Jahres die Mitglieder der Bezirksausschüsse gebeten, für so genannte Straßenpatenschaften zu werben, die die Pflege der örtlichen Grünflächen mit übernehmen. Doch habe dieser Appell bisher leider keine Resonanz gefunden.

Da die finanziellen Verhältnisse der Stadt voraussichtlich auch in den kommenden Jahren angespannt bleiben würden, könne nur empfohlen werden, „dass diejenigen, die mit dem Zustand der Parkanlagen nicht einverstanden sind, sich organisieren und durch eine freiwillige Mitarbeit für eine Verbesserung des bestehenden Zustandes sorgen.”

Irritiert und befremdlich fand CDU-Ratsfrau Anne Dulies, die beim Stammtisch dabei gewesen ist, diese Mitteilung. Bürger müssten sich doch zusammensetzen dürfen und darüber diskutieren können, wie Abhilfe geschaffen werden kann, entgegnete sie.

Zum Stichwort Patenschaften hatte sie auch etwas zu sagen: Denn die hätte der Bürgermeister Erwin Mathissen bei seiner Neujahrsrede ins Gespräch gebracht; ansonsten sei diesbezüglich bislang allerdings nichts mehr geschehen. Sie wolle auch gar nicht behaupten, dass die Stadt Erkelenz nicht schön sei, sie sei aber schmutzig.

Diese Meinung hätten beim Stammtisch nicht nur Politiker, sondern vor allem auch Bürger vertreten.