Erkelenz-Gerderath: Bürger sind erzürnt über die Planer der B 221n

Erkelenz-Gerderath : Bürger sind erzürnt über die Planer der B 221n

Großer Andrang herrschte bei der Sitzung des Gerderather Bezirksausschusses.

Das Interesse galt dem Bericht über den Sachstand zum Bau der B221n. Das große Interesse war leicht zu erklären, sind Vossemer und Myhler Bürger doch gleichermaßen gegen die Abweichung von der „alten” Trasse.

In beiden Orten reicht den Betroffenen die „neue” Trasse entschieden zu nah an die Orte heran. Auch diesmal war der klare Tenor zu hören: „Wir sind nicht generell gegen die B221n, sie soll nur so erträglich wie möglich für die Betroffenen sein. ”, sagte der Ausschussvorsitzende Leo Schmitz.

Wesentlich Neues gebe es derzeit nicht, hieß es. Auf Wunsch Vossemer Bürger hätte es ein Gespräch mit Bürgermeister Erwin Mathissen gegeben. Mathissen wiederum hätte in Gespräch beim zuständigen Planungsamt in Mönchengladbach ermöglicht, an dem neben Mathissen, dem technischen Beigeordneten Ansgar Lurweg und Schmitz auch ein Bürger aus Vossem teilgenommen habe.

Das einzige Zugeständnis der Planer sei, dass im Bereich der Brückenlage eine Tiefenlage von zwei Metern angedacht werde. Eine Tiefenlage für die gesamte Strecke, wie ursprünglich angedacht, werde es laut Planer wegen des Grundwassers wohl nicht geben.

Ansonsten sei das Gespräch ergebnislos geblieben, so Schmitz. Nicht einmal Pläne wollte der Landesbetrieb Straßenbau NRW in Mönchengladbach herausgeben, mit der Begründung, die Planungen seien noch nicht abgeschlossen; der Verlauf der Trasse nicht hundertprozentig festgelegt.

Der derzeit bekannte und scheinbar geplante Trassenabschnitt beginnt nördlich der ehemaligen Zeche Sophia-Jacoba, verläuft zwischen Myhl und Altmyhl, quert zwischen Myhl und Gerderath die L19 und durchquert in Nord-Süd-Richtung das Gelände des ehemaligen Militärflughafens Wildenrath.

Die Trasse würde überwiegend durch hochwertiges Ackerland führen und vor allem viel näher an den Betroffenen vorbeiführen, wie etwa am Eckartz Hof in Vossem. Ursprünglich sollte die Bundesstraße zirka 200 Meter entfernt an diesem Hof vorbei geführt werden.

Da die B221n durch mehrere Umgehungen eine Entlastung der angrenzenden Orte vom Durchgangs- und Schwerlastverkehr bringen soll, ist auf der Straße mit hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen.

Eine Tieflage würde den Bürgern in den Orten enorme Lärmentlastung bringen, zumal die Trasse noch näher an die Orte vorbei geführt werden soll. Daher würde die Stadt auch weiterhin Tiefenlage für die gesamte Strecke fordern, so Schmitz.

Starke Bedenken äußerte auch Willi Jansen. Ob die Verfahrensweise der Planer, Veränderungen an Planungen ohne Bürgerbeteiligung vorzunehmen, überhaupt rechtens sei, wollte er wissen.

Eine genaue Antwort konnte ihm niemand geben. Die Antwort soll nun nach einstimmigem Beschluss des Ausschusses die Erkelenzer Stadtverwaltung Verwaltung finden.