Kreis Heinsberg: Bündnis gegen Rechtsextremismus zählt 200 Mitglieder

Kreis Heinsberg : Bündnis gegen Rechtsextremismus zählt 200 Mitglieder

Das 2009 gegründete Bündnis gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg stößt auf breite Akzeptanz in der Bevölkerung und bei den religiösen, politischen und kulturellen Institutionen.

Christian Ehlers vom Sprecherkreis des Bündnisses erklärte bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Vollversammlung, die am kommenden Freitag, 3. Dezember, in der Ratheimer Friedenskirche stattfindet, das Bündnis habe derzeit rund 200 Mitglieder; zu ihnen würden mit Hückelhoven, Waldfeucht und Geilenkirchen auch drei Kommunen gehören. Die breite Anteilnahme und die Bereitschaft zum Bekenntnis gegen Rechts bezeichnete Ehlers als „beeindruckend”.

Aktiv wurde das Bündnis zum Beispiel mit einer Aktion in Randerath unter dem Motto „Wir sind Randerath - Die Nazis sind es nicht!”, nachdem aus dem rechten Spektrum eine Demonstration angemeldet worden war. Auch eine Informationsveranstaltung mit dem Aachener Journalisten Michael Klarmann in der Erkelenzer Leonhardskapelle fand guten Anklang. Spontan wurde ein Protest gegen rechtsradikale Schmierereien an der evangelischen Kirche in Gerderath auf die Beine gestellt. Als das Hückelhovener Gymnasium sich der europaweiten Aktion „Schule ohne Rassismus” anschloss, übernahm das Bündnis die Patenschaft und steht den Schülern und Lehrern aktiv zur Seite.

Die Motivation des Bündnisses fasste die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, Maria Meurer, zusammen: „Wir wollen nicht, dass rechtsradikale Tendenzen in der Gesellschaft schweigend hingenommen werden.” Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit seien teilweise tief in der Gesellschaft verankert. Daher sei eine offensive und breit aufgestellte Aufklärungsarbeit nötig. Charakteristisch für das Bündnis sei seine Vielfalt, zeigte sich Christian Ehlers überzeugt.

Die Vollversammlung vom Bündnis gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg findet am Freitag, 3.Dezember, 19 Uhr, in der Ratheimer Friedenskirche statt. Auf der Tagesordnung stehen Berichte aus den Arbeitskreisen, die Wahl des Sprecherkreises und ein Vortrag von Dr. Wolfgang Dreßen über „Wurzeln des Rassismus - vom Rand zur Mitte”.

Eingeladen wurde auch zur „Spurensuche”. Die Ausstellung ermöglicht Begegnungen mit Geschichte und Geschichten türkischer Einwanderer in Hückelhoven. Sie wird am Freitag, 10. Dezember, 14 Uhr, im Barbarastollen von Schacht 3 eröffnet. Das Projekt in Trägerschaft des Türkischen Arbeitnehmervereins ist von einem Arbeitskreis des Bündnisses umgesetzt worden, in dem sich das Gymnasium engagiert.

Mit Blick auf das kommende Jahr hat das Bündnis bereits auf eine besondere Aktion hingewiesen. Der 2007 gestartete „Zug der Erinnerung”, der das Deportationsgeschehen während des Dritten Reiches dokumentiert, wird vom 10. März bis 8. April an verschiedenen Haltepunkten im Bistum Aachen erwartet und soll jeweils zwei Tage lang in Geilenkirchen und Heinsberg Station machen.