Kreis Düren: Brandschutztipps via Sprachassistent: Pilotprojekt „Alexa 4 Feuerwehr“ gestartet

Kreis Düren : Brandschutztipps via Sprachassistent: Pilotprojekt „Alexa 4 Feuerwehr“ gestartet

„Der Sicherheitstipp von der Feuerwehr — für alle im Kreis Düren. Heute zum Thema Brandschutzerziehung.“ Wenn Sie zu Hauses einen sogenannten „Smart Speaker“, genauer gesagt den Sprachassistenten Alexa von Amazon nutzen, können Sie ab sofort mit ihm auch Tipps der Feuerwehr empfangen.

Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar, Peter Berndgen (Feuerwehr Nörvenich), Nils Claßen (Feuerwehr Niederzier) und Manual Geil (Feuerwehr Schlich) haben mit „Alexa 4 Feuerwehr“ vor zwei Wochen ein Pilotprojekt gestartet und veröffentlichen seitdem täglich einen Tipp zur Brandschutzerziehung mit Hilfe von Alexa.

„Ich habe vor einiger Zeit in New York Urlaub gemacht“, erzählt Nils Claßen, „und dort zum ersten Mal Smart Speaker kennengelernt.“ Der Feuerwehrmann ist von Beruf Systemelektroniker und war von der Technik sofort begeistert. „Ich habe mir so ein Gerät angeschafft und gleich geschaut, was Alexa von der Feuerwehr weiß.“ Das Ergebnis war für Claßen ernüchternd: Es gab via Smart Speaker keine Feuerwehrmeldungen. „Das wollte ich ändern“, sagt der Niederzierer — und die Idee zu „Alexa 4 Feuerwehr“ war geboren.

„Es ist möglich und gewollt“, erklärt Manuel Geil, der hauptberuflich als Softwareentwickler arbeitet, „dass jeder sogenannte Skills erstellen kann, die dann von dem entsprechenden Smart Speaker vorgelesen werden. Dazu braucht man schon ein gewisses technisches Verständnis, grundsätzlich ist das aber kein Problem.“ Die Anbieter überprüfen die neuen Inhalte, grundsätzlich ist aber die Kreisfeuerwehr für das verantwortlich, was sie veröffentlicht.

Wenn die Löschgruppe Niederzier den Smart Speaker vor allem nutzt, um die Bevölkerung über ihre Einsätze im Gemeindegebiet und Feuerwehrveranstaltungen zu informieren, möchte die Feuerwehr des Kreises Düren einen anderen Weg gehen. Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar: „Wir möchten den Menschen jeden Tag einen Tipp zur Brandschutzerziehung mit auf den Weg geben.“

Bisher, ergänzt Eismar, finde Brandschutzerziehung fast ausschließlich in Kindergärten und Schulen statt. „Die Löschgruppe Nörvenich hat vor kurzem zu einer ‚Ladies Night‘ eingeladen, um speziell Frauen für Feuerwehrthemen zu sensibilisieren. Mit den Sprachassistenten gelingt es vielleicht, Familien und junge Leute anzusprechen.“

Die Feuerwehrmänner haben sich intensiv mit der noch relativ jungen Technik auseinandergesetzt. Peter Berndgen: „Man sagt, dass es im Bereich der Digitalisierung alle zehn Jahre einen Paradigmenwechsel gibt.“ Computer, die plötzlich auf einem Schreibtisch Platz haben in den 1980er Jahren, das Internet in den 90ern und Smartphones Tablets in den 2000ern und jetzt eben die Sprachassistenten, ist der Nörvenicher überzeugt, dass die Digitalisierung gerade kurz vor einer neuen Entwicklungsstufe steht. „Allein in Deutschland gibt es mittlerweile acht Millionen Smart Speaker. Wir sind davon überzeugt, dass es immer mehr werden.“

Mit ihren „Alexa-News“ will die Kreisfeuerwehr möglichst aktuell sein. Berndgen: „Natürlich schreibe ich in der Regel mehrere Meldungen für die Smart Spaeker auf einmal, die wir dann für Alexa einspeisen. Es ist aber jederzeit möglich, dass wir auf aktuelle Ereignisse reagieren.“ Neben eher „zeitlosen Meldungen“ wie dem richtigen Umgang mit der Notfallnummer 112 oder dem Einbau von Rauchmeldern hat es beispielsweise je nach Wetterlage Verhaltenstipps bei großer Hitze sowie bei Starkregen und Gewitter gegeben.

Berndgen: „Natürlich lernen wir immer noch dazu. Anfangs waren unsere Meldungen immer viel zu lang. Und manche Worte betonte der Sprachassistent sehr komisch. Das kann man aber verhindern, wenn man im geschriebenen Text an bestimmten Stellen Leerzeichen einfügt.“

Demnächst möchten die Technik-Experten von der Feuerwehr erreichen, dass Alexa nicht nur auf die eher allgemeine Frage „Was gibt es Neues von der Feuerwehr im Kreis Düren?“ reagiert, sondern auch konkretere Fragen beantworten kann. Manuel Geil: „Das ist technisch möglich, bedeutet aber einen höheren Aufwand bei der Programmierung. Aber das macht auch Spaß, vor allem weil sich die Smart Speaker immer weiterentwickeln.“

Mehr Akzeptanz schaffen

Neben den Sicherheitstipps kann Kreisbrandmeister Eismar sich vorstellen, Sprachassistenten auch dazu zu nutzen, um mehr Akzeptanz für Feuerwehr und Ehrenamt zu schaffen. „Das kann zum Beispiel dann gelingen, wenn wir über dieses neue Medium erklären, warum die Feuerwehr eben auch mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs ist, oder wenn wir über unsere Kinder- und Jugendfeuerwehren berichten.“ Wie viele Menschen, die Alexa-Meldung der Kreisfeuerwehr mittlerweile nutzen, können Eismar und seine Mitstreiter noch nicht sagen. „Wir fangen ja gerade erst an, und müssen einfach sehen, ob unser Konzept funktioniert oder nicht.“

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