Gangelt-Schierwaldenrath: Boogie-Woogie-Star mit Dampf und Schwung

Gangelt-Schierwaldenrath : Boogie-Woogie-Star mit Dampf und Schwung

„Ich bin zwar zum ersten Mal hier in Gangelt-Schierwaldenrath. Vorher bin ich aber schon bis Alsdorf gekommen, deshalb kenne ich die Region schon einigermaßen”, begrüßte Axel Zwingenberger, deutscher Boogie-Woogie-Star, über 200 Gäste in der Museumshalle der Selfkantbahn.

Die feierte mit dieser Veranstaltung Geburtstag, denn im August 1971 wurde der Museumsdampfbetrieb aufgenommen.

„Mit diesem ,Wochenende des Eisenbahnfreundes gehen wir in diesem Jahr einen ganz neuen Weg”, erläuterte Bahnhofsvorsteher und 2. Vorsitzender des Vereins Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr, Helmut Kommans, den neuen Weg der Selfkantbahn.

Die Begeisterung Zwingenbergers für historische Dampflokomotiven sei der Grund für die Verbindung zwischen dem Eisenbahnfreund Zwingenberger und der Selfkantbahn gewesen. Schon vor dem Konzert herrschte knisternde Spannung, denn es hatte sich herumgesprochen, dass Deutschlands Boogie-Woogie-Pianist Nr. 1, Axel Zwingenberger, mit einer Dampflok in die Museumshalle gefahren werden sollte.

Gegen 19.40 Uhr öffnete sich das Riesentor an der Stirnwand der Halle, die inzwischen mit über 200 Boogie-Woogie-Fans bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Axel Zwingenberger stand fröhlich winkend und mit viel Vorschuss-Beifall bedacht auf der mächtig unter Dampf stehenden Lok und ließ sich fast bis an seinen „Arbeitsplatz”, einen riesigen Flügel auf der von historischen Fahrzeugen begrenzten Bühne, bringen.

„Ich komme gerade aus dem französischen Toulouse, selbstverständlich bin ich mit der Bahn angereist”, erklärte er dem Publikum. Er sei ein Freund historischer Eisenbahnen. Nicht von ungefähr habe er ihnen einige seiner selbst komponierten Stücke gewidmet, nachdem er bei einem ähnlichen Verein in Erfurt schon vor Jahren zum Ehrenlokführer ernannt wurde.

Seit über 20 Jahren zieht der 47-jährige Hamburger Top-Musiker sein Publikum rund um die Welt in seinen Bann. Er trat schon in der Carnegie Hall in New York auf, Stationen seiner Auftritte waren aber auch die Kairoer Oper oder der Wiener Musikverein, der bekannte 100-Club in London und die „Fabrik” in seiner Heimatstadt Hamburg.

„Das war ein richtiges Erlebnis”, sagte Geilenkirchens SPD-Chef Heiner Coenen nach dem Konzert. Restlos begeistert wie das Publikum zeigte sich Stellvertretender Landrat Bernd Schumacher, der gleich mit drei Generationen vertreten war. Selbst der einjährige jüngste Sproß der Familie klatschte beim Boogie-Woogie schon kräftig mit...