Jülicher Land: Blühende Beispiele für die Artenvielfalt

Jülicher Land : Blühende Beispiele für die Artenvielfalt

Der Jäger will jagen. Doch was ist, wenn das Wild verschwunden ist? „Hasen und Rebhühner gibt es hier kaum noch“, sagt Hans-Willi Dahmen von der Kreisjägerschaft. Hasen-Jagden finden schon seit 15 Jahren nicht mehr statt.

Damit das Niederwild an Zahl wieder zunimmt, müssen artgerechte Lebensbedingungen für die Tiere geschaffen werden. Nun setzen sich der Naturschutzverein Koslar, Vertreter der Landwirtschaft, der Kreisjägerschaft und der Biologischen Station für den Erhalt der Natur ein.

Gerade das Wissen der Landwirte und Jäger sei wertvoll, um den Verlust der Artenvielfalt zu verhindern, sind sich alle einig. „Das Rebhuhn ist seit über 40 Jahren rückläufig“, sagt Hans-Willi Dahmen von der Kreisjägerschaft. Dem Hasen fehle die Deckung in der freien Landschaft, seine Population sei ebenfalls geringer als in früheren Jahren. Ähnlich ergehe es dem Fasan.

„Das letzte Jahr war ein ausgesprochen schlechtes Fasanenjahr“, sagt Landwirt Erich Gussen. Die Gründe für den Einbruch der Populationen seien vielfältig. Flächen würden zunehmend versiegelt, der Straßenbau nehme zu, Gewerbegebiete würden ausgedehnt und neu erschlossen. Früher seien die dörflichen Nutzgärten die „Hotspots“ der Artenvielfalt gewesen, heuten glichen sie Steinwüsten. „Gerade im Winter gibt es keinen Schutz für die Tiere, Hecken und Gebüsch fehlen“, sagt Heidrun Düssel-Siebert von der Biologischen Station Düren.

Und welche Schritte verbessern die Situation? Erich Gussen zeigt, was im Feld möglich ist. Er sät einen anderthalb Kilometer langen Blühstreifen am Ackerrand, setzt damit eine Maßnahmen des Agrarumweltprogramms um.

Bewusst wachsen lassen

Der Feldrand wird nicht geschnitten, sondern bewusst wachsen gelassen. Wer zwischen Güsten und Rödingen spazieren geht, kann Wiesenpippau, Schafgarbe, Klatschmohn, Kornblume, Johanneskraut, Hornklee und Königskerze am Wegesrand sehen.

Das locke Insekten, und wo Insekten sind, seien auch Vögel, erklärt Düssel-Siebert. Der Landwirt erhält von dem Agrarumweltschutzprogramm Ausgleichszahlungen, das decke die Kosen. Trotzdem sei es ein zusätzlicher Aufwand. „Schön wäre, wenn noch mehr Landwirte mitmachen“, sagt Düssel-Siebert.