Kreis Heinsberg: Bischof ruft zum gemeinsamen Handeln auf

Kreis Heinsberg : Bischof ruft zum gemeinsamen Handeln auf

Der an alle Priester der Diözese Aachen gerichteten Einladung zum Jahrestreffen an einem ausgewählten Ort folgten an die 100 Priester aller Altersgruppen aus allen Regionalbereichen des Bistums nach Wassenberg-Birgelen.

Birgelen und die uralte Marienwallfahrtsstätte „Pützchen” als Treffpunkt auszuwählen, dies empfand Propst Rainer Mohren in seiner Begrüßung des Bischofs Heinrich Mussinghoff und der Priesterschaft als eine besondere Ehre, wofür er dankte. Eine lockere, aufgeschlossene Atmosphäre war von Beginn an spürbar. Alte Freundschaften wurden aufgefrischt, Erfahrungen im vertrauten Rahmen ausgetauscht .

Überraschend in ihrem Tenor war die Predigt von Diözesanbischof Dr. Mussinghoff bei der Messfeier in der Lambertuskirche. Er hatte die scherzhaft gemeinte Anregung eines Kollegen aufgegriffen, das seit dem zwölften Jahrhundert verbreitete Märchen von den vier Haustieren - besser bekannt als „Die Bremer Stadtmusikanten” - aufzuführen. Die Tiere begeben sich zusammen, obwohl alle körperlich nur noch bedingt einsatzfähig sind, auf Wanderschaft und erschrecken unterwegs gemeinsam eine Räuberbande, vertreiben sie sogar aus deren Behausung.

Bischof Mussinghoff und die Zuhörer knüpften daran die (altbekannte) Volksweisheit, dass nur im Zusammenstehen und gemeinsamen Handeln - auch bei verminderten Kräften eines Einzelnen - der Glaube verteidigt und Notwendiges getan werden könne, das im Wandel der Verhältnisse unabwendbar sei.

Das Programm wurde anschließend geteilt: Die meisten Priester zogen gemeinsam auf dem uralten, im frischen Maienkleid prangenden Stationsweg zum „Pützchen”. Ein kleinerer Teil älterer Teilnehmer hörte im Pfarrheim einen Vortrag von Generalapotheker Hanns Heidemanns aus Wassenberg über Wallfahrtsorte und Prozessionen im Laufe der Jahrhunderte im Wassenberger Land.

Am „Pützchen” sprach Birgelens langjähriger Pastor Willi Steinrath über die Marienverehrung an dieser Stätte. Der Stille des Gebetsortes mit dem uralten Gnadenbild und den vielen Dankestafeln bei brennendem Kerzenschein konnten sich auch die Besucher an diesem schönen Tag nicht entziehen. Auch sie sangen die alten Marienlieder, die tiefer Volksfrömmigkeit entspringen.

Bei seinem Vortrag im Pfarrheim fasste Hanns Heidemanns zusammen, dass mit den Wallfahrtsorten Ophoven, dem „Pützchen” in Birgelen sowie Orsbeck mehrere bedeutende Wallfahrtsorte auch von auswärtigen Besuchern aufgesucht würden.

Die Legende der Heilungen spricht von einem adligen Jägersmann von Schlickum, der nach seiner Verwundung durch den Biss eines Bären durch das Pützchenwasser geheilt worden sei. Zum Dank habe der hohe Herr das Marienbildnis gestiftet, um das sich im Laufe der Jahrhunderte unzählige Prozessionen und betende Gruppen scharten.

Zum Abschluss des schönen Nachmittags sangen die versammelten Priester in der Lambertuskirche bei der Vesper das „Magnificat” und das uralte „Regina coeli”.

Mit dem Bischof dankte auch Pfarrer Dr. Elmar Naß, der Koordinator des Treffens, allen, die zur Gestaltung dieses außergewöhnlichen Priestertreffens beigetragen haben.