Aachen: Bildungs- und Teilhabepaket: Noch reichlich Geld im Topf

Aachen : Bildungs- und Teilhabepaket: Noch reichlich Geld im Topf

Das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket, das der Bund aufgelegt hat, soll Kindern aus einkommensschwachen Familien die Teilnahme an Klassenfahrten, Schulausflügen, Vereinsaktivitäten oder am Schulessen ermöglichen. Allerdings: Die Zuschüsse müssen von den Eltern beantragt werden.

Und das haben noch längst nicht alle in der Städteregion, die Anspruch hätten, getan. Und so ist für 2012 noch reichlich Geld im Topf - 1,7 Millionen Euro.

Von den rund 25.000 anspruchsberechtigten Kindern sind bisher nur 14.500 in den Genuss der Leistungen gekommen. „Die Gründe, warum Eltern keine Anträge stellen, sind vielfältig”, sagt Günter Schabram, Sozialdezernent der Städteregion.

Manche kennen das Angebot trotz breit angelegter Informationskampagnen noch nicht, andere scheuen die bürokratischen Hürden. „Einigen Eltern ist es sicher auch unangenehm, sich zu outen”, glaubt Stefan Graaf, Leiter des Jobcenters der Städteregion. Grundsätzlich wird das Geld für die Leistungen nämlich nicht an die Eltern, sondern an die Anbieter, beispielsweise die Vereine, ausgezahlt.

Trotz dieser Hürden sollten Eltern im Interesse ihrer Kinder aber nicht auf die Leistungen verzichten, appellieren Graaf und Schabram unisono. Anträge stellen können alle, die Hartz-IV-Leistungen, beim Jobcenter. Wer Wohngeld oder Kinderzuschlag erhält, muss sich an seine Stadtverwaltung wenden.

Am größten ist bisher die Nachfrage bei der Mittagsverpflegung und bei den Ausflügen und Klassenfahrten. Für die Mitgliedschaft in Vereinen können bis zu 10 Euro im Monat übernommen werden. Deutlich nachgebessert hat der Gesetzgeber zudem im Bereich Lernförderung. Gefördert werden können unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachfähigkeit, zur Hilfe bei Leserechtschreibschwäche, zum Erreichen eines besseren Schulabschlusses oder klassische Nachhilfe.

Ebenfalls aus dem Bildungs- und Teilhabepakets finanziert werden zurzeit noch 72 Schulsozialarbeiter in der Städteregion. Sie informieren nicht nur über das Bildungs- und Teilhabepaket. Sie helfen auch bei der Beantragung. Das tun auch die Sachbearbeiter im Jobcenter oder Rathaus, sagt Schabram: „Das ist ganz wichtig, damit wirklich alle Kinder das Bildungs- und Teilhabepaket in Anspruch nehmen.”