Städteregion: „Bienenweiden“ ersetzen an Schulen den öden Rasen

Städteregion : „Bienenweiden“ ersetzen an Schulen den öden Rasen

Die ein oder andere Kommune in der Städteregion hat schon vor einigen Jahren begonnen, kleine insektenfreundliche Blühstreifen anstelle von Schotterstreifen am Straßenrand anzulegen. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern verschafft Bienen und anderem nützlichen Getier überlebenswichtigen Lebensraum.

Denn seit Jahren beklagen Naturschützer einen alarmierenden Insektenschwund. Jetzt wird auch die Städteregion aktiv: Rund um ihre Schulen will sie öde Rasenflächen in „Bienenweiden“ verwandeln.

Und geeignete Flächen besitze die Städteregion reichlich. Auf Antrag von CDU und Grünen von November vergangenen Jahres, dem der Umweltausschuss seinerzeit einstimmig folgte, hat die Verwaltung nach ersten Gesprächen mit dem Schulamt ein Konzept zur Umgestaltung von insgesamt mehr als 21.000 Quadratmetern „Rasen-Monokultur“ in „Bienenweiden“ vorgelegt.

Der Begriff Bienenweide steht, so das städteregionale Umweltamt in einer Vorlage für die Politik, für „eine artenreiche Wildblumenwiese, die durch ihr vielfältiges Blütenangebot vielen Insektenarten Nahrung und durch ihre Strukturvielfalt Lebensraum bietet“.

Damit aus Rasen eine Wildblumenwiese wird, muss jedoch einiges getan werden. So muss ein Teil des Bodens abgetragen werden, um den Nährstoffgehalt zu senken, schreibt das Umweltamt. Denn der sei verantwortlich dafür, dass sich die Graspflanzen gegenüber den Wildkräutern durchsetzen.

Danach müssen laut der Fachleute geeignete Samenmischungen mit einer Vielfalt an saisonalen Pflanzen aufgebracht werden. Von Februar bis in den Spätherbst hinein sollen Insekten auf den Wildwiesen Nahrung finden. Ein- bis zweimal im Jahr soll die Fläche später gemäht werden. Da die Wiesen nur wenig Nistgelegenheiten für Insekten bieten, sollen zudem Insektenhotels errichtet werden, wie sie auch in vielen Privatgärten zu finden sind.

Die Wildwiesen sollen von einem etwa 1,5 Meter breiten Rasenstreifen umschlossen werden, „um Gebäude zu schützen und für den Nutzer einen optisch sauberen Eindruck zu gewährleisten“. Auf Infotafeln soll die ökologische Bedeutung der Wildblumenwiese erklärt werden.

Rund 257 000 Euro wird die Umgestaltung kosten. Geld, das jedoch nicht den städteregionalen Haushalt belastet. Es soll aus dem Topf „zweckgebundene Ersatzgelder“ im Bereich Landschaftsentwicklung und Artenschutz genommen werden. Die Folgekosten zur Unterhaltung der Bienenweiden sind laut Umweltamt nicht höher als die jetzt anfallenden Kosten für die Rasenpflege.

Bei der Umgestaltung der 21 000 Quadratmeter soll es aber nicht bleiben. In Zusammenarbeit mit der Biologischen Station der Städteregion soll das Bienenweiden-Konzept weiterentwickelt werden. Ziel ist es, weitere Projekte auf den Weg zu bringen, auch außerhalb der Ortslagen.

Die Politik ist zufrieden mit dem ersten Aufschlag. Die Sorge, dass den Schülerinnen und Schülern durch die Umgestaltung der Rasenflächen Spielfläche verloren geht, konnte die Verwaltung zerstreuen. Auch die, dass die Jugendlichen das Projekt möglicherweise nicht annehmen werden, ist ihnen genommen.

Conny Schmetz von der Bezirksschülervertretung berichtete im Ausschuss von positiven Erfahrungen an ihrer Schule. Wichtig sei, die Schülerinnen und Schüler von Anfang an einzubinden, möglicherweise gar eine Arbeitsgemeinschaft anzubieten, in der sie mitmachen können. Diese Anregung will die Verwaltung nun aufgreifen und mit den Verantwortlichen in Betracht kommenden Schulen darüber reden.