Kreis Düren: Bezirksregierung bestätigt „deutliche Unterbesetzung”

Kreis Düren : Bezirksregierung bestätigt „deutliche Unterbesetzung”

Ein kleines Licht am Horizont gibt es für die Schüler der kreiseigenen Christophorus-Förderschule und ihre Eltern. Zum 1. Februar soll die Schule zusätzliche Lehrer bekommen.

Die Eltern hatten sich zuletzt im Stich gelassen gefühlt. Sie beklagten, dass eine individuelle Förderung ihrer Kinder nicht mehr gewährleistet sei.

Wie vielerorts fehlen Lehrkräfte, doch die Förderschule in Düren trifft es besonders hart. „Sieben Stellen fehlen der Schule. Noch nie gab es so viele Neuanmeldungen an der Schule - acht bis zwölf sind die Regel, diesmal waren es rund 20”, erklärt die Vorsitzende der Elternpflegschaft, Irene Muschalek. Die Klassen seien bis oben gefüllt, hinzu komme eine große Bandbreite verschiedener Behinderungen.

„Es ist wichtig, die Kinder nicht zu verwahren, sondern zu fördern, damit sie so selbständig werden wie möglich”, sagt Michael Palm, dessen Sohn die Schule besucht.

Es gebe zahlreiche Möglichkeiten der Förderung, die meist aber nur in Bruchteilen umzusetzen seien - und jetzt eben gar nicht mehr. Ausflüge und Klassenfahrten seien vorerst ohnehin gestrichen.

Auch Schwimmunterricht finde nicht mehr statt - für Kinder die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sei das oftmals die einizige Möglichkeit, sich einmal leicht und frei zu bewegen.

„Markt ist leergefegt”

Zu Beginn des Schuljahres wurden von der Bezirksregierung Köln in der Region Düren-Aachen 15 Planstellen ausgeschrieben, die aber alle nicht besetzt werden konnten.

„Die Stellen sind da, das Geld ist da, aber es ist niemand da, der es machen möchte”, schilderte Oliver Königfeld von der Bezirksregierung Köln die Situation. Der Markt sei „leergefegt”.

„Drei bis vier Planstellen” seien an der Christophorus-Schule nicht besetzt, sagte Königfeld und sprach von einer „deutlichen Unterbesetzung”. Die Bezirksregierung versuche, die Situation durch Verschiebungen zu entspannen.

Dass die Aussagen über die Zahl der fehlenden Stellen zuletzt differierten, habe mehrere Gründe, erklärte Königfeld. Zum einen seien Stellen nicht mit Personen gleichzusetzen. Außerdem gebe es bei Förderschulen keinen Stichtag für die Einschulung, was eine genaue Planung erschwere. „Oft kann erst im laufenden Schuljahr auf den tatsächlichen Bedarf reagiert werden.”

Die Forderung der Eltern lautete, zum 1. Februar die fehlenden Stellen auszuschreiben und zuzuweisen. Einen kleinen Erfolg können sie jetzt verbuchen - vier Stellen werden ausgeschrieben und für eine neue Rektorenstelle laufen bereits Bewerbungsgespräche.

„Wir hoffen nun, dass die Stellen auch besetzt werden können, bis dahin bleibt die Situation schwierig”, sagt Muschalek.

Eine andere Hoffnung der Eltern - die in Aussicht gestellten Verschiebungen - hat sich nur teilweise erfüllt. Zwei halbe Stellen stehen der Schule jetzt zusätzlich zur Verfügung.

„Das reicht aber gerade aus, um die Ausfälle durch Krankheit aufzufangen”, sagt Muschalek.