Würselen: Bewährte Mischung: Burg Wilhelmstein lockt mit Abwechslung

Würselen : Bewährte Mischung: Burg Wilhelmstein lockt mit Abwechslung

Um den Mainstream sollen sich andere kümmern. „Wir schielen nicht auf die großen Namen, um die Hütte jedes Mal komplett voll zu machen. Dafür ist die Freilichtbühne einfach zu schade.“ Hans Brings ist da ganz selbstbewusst.

Auch für die kommende Saison auf Burg Wilhelmstein hat der Veranstaltungsleiter ein feines Händchen für die bewährte Mischung aus Geheimtipps, Lokalmatadoren und Legenden bewiesen. Alles abgeschmeckt mit dem Ambiente der Burg. Und die soll in diesem Jahr noch deutlich heller strahlen als bisher.

Derzeit ist sie eher Baustelle, manches muss bis zum Start in knapp zwei Wochen noch vollendet werden. Die Damentoiletten beispielsweise, die renoviert und erweitert werden. „Dann wird bei Konzertabenden in den Pausen die Schlange davor deutlich kürzer sein“, sagt Hans Brings schmunzelnd. Zudem wurde der Weg oberhalb der Ränge neu befestigt und mit neuer Drainage versehen. Und dann das Licht: „Wir setzen die Künstler mit einer ganz neuen Lichtinstallation in Szene“, verspricht Michael Abt-Okudzeto vom Team der Freilichtbühne, das sich als große Familie versteht.

Dieses alte Gemäuer ist allen ein Herzensding. Und da passt es doch, dass die Strahler künftig nicht mehr bloß das Geschehen auf der Bühne inszenieren, sondern auch die hohen Mauern links und rechts davon. Brings: „Wir wollen die Wohlfühlatmosphäre erweitern, die einen großen Teil der Konzerte ausmacht. Das wird toll aussehen, wenn die bislang dunklen Mauern leuchten!“

Insgesamt gut 65.000 Euro werden für den Umbau zum Saisonstart in die Hand genommen. Die Summe teilen sich die Stadt Würselen und deren Stadtentwicklungsgesellschaft (SEW). Nicht zuletzt ist es ein klares Bekenntnis zur Kultur. „Ich bin froh, dass wir auch als Kommune im Stärkungspakt den erfolgreichen Weg der Burg Wilhelmstein fortsetzen können“, sagt SEW-Geschäftsführer Manfred Zitzen, und Bürgermeister Arno Nelles weiß ebenfalls um die Zugkraft der Veranstaltungsstätte: „Wir haben hier einen Ort, der sich dauerhafter und stets steigender Beliebtheit erfreut.“

In Zahlen ausgedrückt: Rund 18.000 Besucher waren es im vergangenen Jahr, maximal 990 können es pro Abend sein. 35 Veranstaltungen dürfen pro Jahr über die Bühne gehen, da sind der Ehrenamtsabend der Stadt Würselen und der Abi-Ball schon mit drin. Ebenso die zehn Open-Air-Kino-Veranstaltungen, die in diesem Jahr erneut in Kooperation mit dem Aachener Apollo-Kino stattfinden werden.

17 Konzertabende gibt es diesmal, zwei sind bereits ausverkauft: Bei Beth Hart, der amerikanischen Bluesrock-Sängerin, reichten wenige Tage, bis alle Tickets (für den 27. Mai) weg waren. Zum Stückpreis von je 45,95 Euro — was bislang der höchste Eintrittspreis auf Burg Wilhelmstein war. Auch für „Kasalla“ aus Köln (2. Juni) geht nichts mehr, und bei Götz Alsmann (1. September) dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Karten vergriffen sind. Die drei Genannten sind „Wiederholungstäter“ auf der Burg, Alsmann ist ja eigentlich immer dabei. Wie so viele. Wer einmal da war, kommt gern wieder.

So hat sich im Laufe der Zeit auch im Publikum die Zahl derer erhöht, die Veranstaltungen besuchen, die mit hierzulande eher unbekannten Künstlern aufwarten. Wie dem französischen Soul & Funk-Ensemble „Electro Deluxe“ beispielsweise oder dem italienischen Liedermacher Pippo Pollina. „Wir buchen Leute, von denen wir überzeugt sind, und von denen wir in der Regel auch das Publikum überzeugen können“, sagt Hans Brings.

Selbstbewusstsein, das hat sich auf Burg Wilhelmstein in den vergangenen Jahren stets gezeigt, zahlt sich am Ende eben aus.

Mehr von Aachener Zeitung