Aachen: Bevölkerung soll sich mit Ideen beteiligen

Aachen : Bevölkerung soll sich mit Ideen beteiligen

Der Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsverein macht Nägel mit Köpfen.

Nachdem Dieter Weiss von der Heinsberger Volksbank bei der Vollversammlung angeregt hatte, auch Verbraucher aus der Region mit in die Arbeitskreise zum Thema Stadtmarketing einzubinden und auch der Gewerbevereinsvorsitzende Detlef Chudziak von einem partnerschaftlichen Miteinander zwischen Kunden und Handel sprach, soll die Bevölkerung nun aufgerufen werden, sich mit eigenen Ideen an den Verein zu wenden.

HZ-Redakteur Rainer Herwartz sprach mit dem Gewerbevereinsvorsitzenden.

Der Gewerbe- und Verkehrsverein richtet sich ganz gezielt an die Verbraucher, um neue Anregungen zu gewinnen. Gibt es bestimmte Gebiete im Bereich des Stadtmarketings, wo Sie vielleicht ein Defizit befürchten?

Chudziak: Ein spezielles Defizit im Bereich Stadmarketing befürchte ich nicht. Es scheint mir gerade richtig zu sein, wenn wir alle Anregungen der Verbraucher aufnehmen, weil der Verbraucher derjenige ist, der beim Handel HZ-Interview

einkaufen soll. Gezielt auf das Stadtmarketing angesprochen, gehört dies beispielsweise zum Themenkomplex „Verbesserung der Angebotsstruktur”.

Bedauerlicherweise konnten bislang kaum Frauen für ein Engagement in den vorderen Reihen gefunden werden, wenn es um das Thema Stadtmarketing ging. Hoffen Sie auf diesem Wege vielleicht mehr Aufschluss über Wünsche und Bedürfnisse der Frauen zu erhalten?

Chudziak: Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn sich Frauen bei uns melden, weil Frauen heute die Entscheidung treffen, wann sie einkaufen und wo sie einkaufen. Sie steuern bestimmte Geschäftszeilen gezielt an beziehungsweise meiden diese, wenn sie in irgendeiner Form nicht passend erscheinen. Das Gleiche gilt für die Wochenendgestaltung. Die Frauen entscheiden darüber, welches Event angenommen wird oder nicht.

Was glauben Sie, wo die Ursachen für die Zurückhaltung der Frauen liegen in puncto „Amtsübernahme”?

Chudziak: In den meisten Fällen üben die Frauen die Mehrfachfunktion in der Familie aus. Die Frauen haben vielfach die Funktion Mutter, Hauswirtschafterin, Familienbetreuung und unter Umständen auch noch die Funktion der Berufstätigen. Und wenn dann das Ehrenamt hinzu kommt, ist das eine deutliche Mehrbelastung im Vergleich zu den meisten Männern.

Am 25. September findet die nächste Sitzung des Lenkungskreises statt. Spätestens danach sollen die Arbeitskreise gebildet werden. Wann rechnen Sie mit den ersten Ergebnissen?

Chudziak: Noch in diesem Jahr, wobei man differenzieren muss zwischen Ergebnissen, die kein bis wenig Geld kosten, beziehungsweise durch die Stadt Heinsberg und mögliche Sponsoren eigenfinanzierbar sind, und den Maßnahmen, die ausschließlich im Schulterschluss zwischen Stadt und Land bezahlbar sind, wobei zu berücksichtigen ist, dass letztlich der Rat der Stadt Heinsberg darüber entscheiden muss, wann welche Maßnahme umgesetzt wird, abhängig von der Finanzierung.