Wegberg: „Betuwe-Linie” rauscht Eisernem Rhein davon

Wegberg : „Betuwe-Linie” rauscht Eisernem Rhein davon

Der „Dauerbrenner” Eiserner Rhein dampft weiter. Zwar ist noch immer nicht klar, ob die historische Güterstrecke als Verbindung der Häfen Antwerpen und Duisburg jemals geöffnet wird, aber der Wegberger Bürgerverein Eiserner Rhein beobachtet die Entwicklung weiter.

„Nach der Bundestagswahl beginnen wieder die Diskussionen”, ist sich Marc Oliver Künne vom Bürgerverein sicher. Während es um den Eisernen Rhein stiller geworden ist, entwickelt sich die als Konkurrenz bezeichnete „Betuwe-Bahnlinie” weiter. Diese Güterstrecke führt von Roermond aus direkt ins Ruhrgebiet.

Vor fast zehn Jahren hatten Deutschland und die Niederlande beschlossen, diese Strecke auszubauen. Mit dem Eisernen Rhein wollte Belgien auf einer ebenfalls lukrative Strecke mit der „Betuwe-Linie” konkurrieren. Doch diesen Wettlauf scheint der Eiserne Rhein verloren zu haben.

Während die Bürger im Raum Wegberg, aber auch auf Mönchengladbacher Stadtgebiet Lärmschutzmaßnahmen fordern, wenn der Eiserne Rhein geöffnet wird, wurden solche Maßnahmen nun für die Anwohner der „Betuwe-Linie” gebilligt.

NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold erklärte jetzt, dass noch vor Ausbau der Gleisanlagen so genannte Lärmschutzwände aufgebaut werden. Bis 2010 soll die „Betuwe-Linie”, die teilweise entlang der A 2 führt, für 900 Millionen Euro ein zusätzliches Gleis erhalten, das mehr als 3500 Lastwagenladungen aufnehmen soll. „Man kann die beiden Strecken natürlich nicht vergleichen.

Dass die Betuwe-Linie nun so schnell ausgebaut wird, heißt nicht, dass der Eiserne Rhein nicht kommen würde”, warnt Künne vor zu viel Optimismus. Klar sei aber, dass der Landesregierung kaum noch finanzielle Mittel für Lärmschutzmaßnahmen am Eisernen Rhein zur Verfügung stehen.

Künne geht mittlerweile davon aus, dass die Bahnstrecke, die durch Wegberg führt, in Zukunft vom Unternehmen Siemens verstärkt genutzt werden könnte. Das Mitglied des Bürgervereins rechnet mit einem Anschluss der Gleise an das Gewerbegebiet Wegberg-Wildenrath, wo sich auch das Siemens-Prüfzentrum für Schienenfahrzeuge befindet. „Meine Befürchtungen zur Nutzung der Strecke gehen mittlerweile dahin.”