Hückelhoven: Beteiligung an „Haldenroute” eine Chance

Hückelhoven : Beteiligung an „Haldenroute” eine Chance

Die Stadt will sich für die Region Aachen an dem grenzüberschreitenden Programm „La route des terrils” (deutsch: Haldenroute”) beteiligen.

Der Rat beschloss jetzt mit der Mehrheit von CDU, SPD, Grünen und FDP, Fördermittel für die freizeitmäßige Gestaltung der Millicher Halde zu beantragen.

Die Bürgerpartei stimmte gegen die Beteiligung Hückelhovens an dem Programm. Deren Fraktionsvorsitzender Rudi Freyler sprach von „realitätsfernen Träumen”, denen zuzustimmen man angesichts der finanziellen Lage der Stadt schon „von Sinnen” sein müsse.

Für den von der Verwaltung auf rund 100.000 Euro bezifferten Kostenanteil der Stadt an dem von der EU und dem Land NRW geförderten Projekt sehe er „keine Gegenfinanzierung”.

Freylers Beitrag führte zu einer Diskussion, die über den Horizont der Millicher, Schaufenberger und Altmyhler Halden hinausreichte.

Im Gegensatz zu Rudi Freyler nämlich sah FDP-Mann Hans Fischer in der Öffnung und möglichen freizeitmäßigen Gestaltung der Halde „einen sehr positiven Effekt für die Steigerung des Wohnwertes in Hückelhoven”.

Er erinnerte die Vertreter der Bürgerpartei daran, dass sie im Wahlkampf 1999 sogar mit der Aussage ,Eine Rodelbahn auf der Halde´ geworben hätten.

Auch Henning Herzberg betonte für die Grünen ausdrücklich, dass man sehr für „mehr Naherholung im Stadtgebiet” plädiere und dieses Projekt einen weiteren Anschub dazu geben können. „Dass die Bürgerpartei aus dem Ruder läuft, verwundert mich nicht”, sagte Herzberg.

Rudi Freyler verwies dagegen nochmals auf die angespannte Finanzlage und sagte: „Die Stadt hat 60 Millionen Euro Schulden und kann sich schlicht und einfach nicht leisten, sich auf so ein vages Unternehmen einzulassen.”

Diese Aussage freilich wollte und konnte Kämmerer Helmut Holländer nicht im Raum stehen lassen: „Unser Schuldenstand beträgt 40 Millionen Euro. Damit ist die Finanzlage der Stadt Hückelhoven zusammen mit der Heins-bergs noch die beste im Kreis”, betonte Holländer.

Und er sagte mit Nachdruck: „Wir haben einen strukturell ausgeglichenen Haushalt und sind keine Stadt, die vor dem Abgrund steht.”

Die Beteiligung am Programm „Haldenroute” ordnete der Kämmerer realistisch ein: „Dies ist nicht mehr als eine Chance. Aber die sollten wir am Schopfe packen.”