Kreis Heinsberg: Besser mit den Folgen von Lympherkrankungen umgehen

Kreis Heinsberg : Besser mit den Folgen von Lympherkrankungen umgehen

Die Gründung einer Selbsthilfegruppe Lympherkrankungen möchte das Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrum (SFZ) im Kreis Heinsberg voranbringen. Grund: Menschen mit den Krankheitsbildern Lipödem, Lip-/Lymphödem und Lymphödem sind besonders von Vorurteilen betroffen.

Es handelt sich entweder um eine symmetrische Fettverteilungsstörung oder Flüssigkeitsansammlung der Extremitäten, Gesicht und Hals. Es sind fast ausschließlich Frauen betroffen. Meist entwickelt sich die Erkrankung, welche oft nicht als Erkrankung diagnostiziert wird, zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Aber auch durch Erkrankungen, Operationen, Schwangerschaft und Wechseljahre kann es zu den schmerzhaften Schwellungen kommen. Die Therapie besteht in regelmäßiger manueller Lymphtherapie, konsequenter Kompression und Sporttherapie.

Viele Betroffene versuchen, die Lympherkrankung mit Diäten zu stoppen — erfolglos. Sie bleiben aber wegen Vorurteilen und der Unkenntnis über die Krankheit viel zu lange — mit gesundheitlichen Folgen — ohne eine Behandlung.

Die Lympherkrankungen hängen nach Angaben des SFZ jedoch nicht mit ernährungsbedingtem Übergewichtigkeit zusammen. Betroffene stoßen demnach in ihrem Umfeld meist auf Unverständnis. Auch ärztlicherseits gebe es oft nur die Aufforderung, abzunehmen. Therapien und Rehabilitation müssten schwer erkämpft werden. Der leidvolle Prozess bis zur Diagnosestellung ziehe sich oft über Jahre.

Viele der Patienten wünschen sich laut SFZ, dass generell das Verständnis für die Betroffenen wächst und sie wirksame Therapien bekommen. In der Gruppe können sich Betroffene über ihr Erleben mit den genannten Erkrankungen vertrauensvoll austauschen. Hierzu gehört die Bewältigung des Alltags mit der Erkrankung und den damit verbundenen sozialen und psychischen Problemen. Als Gesamtziel sollen die persönlichen Lebensumstände verbessert und das eigenverantwortliche Handeln gestärkt werden.

Jeder kann lernen, durch Akzeptanz und Anerkennung für sich selbst und andere mit der Erkrankung zu leben.

Weitere Informationen gibt es im Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrum im Kreis Heinsberg, Hochstraße 24, Heinsberg, 02452/156790, selbsthilfe@sfz-heinsberg.de.