Hückelhoven: Bergkapelle: Wie Phönix aus der Asche

Hückelhoven : Bergkapelle: Wie Phönix aus der Asche

Totgesagte leben länger. Das gilt auch für die Hückelhovener Bergkapelle. Nachdem das Orchester nach der Schließung der Zeche Sophia-Jacoba verstummt war, wird es jetzt von neuem erklingen - und das regelmäßig.

Möglich machen soll dies ein eigener Verein. „Bergkapelle Sophia-Jacoba” ist sein Name, ins Leben gerufen wurde der Verein Anfang dieses Monats.

Vorsitzender Detlef Stab und Geschäftsführer Manfred Kamphausen sind vom Erfolg überzeugt: „Die Stimmung bei den Musikern ist gut. Wir wollen wieder mehr machen.”

Unmittelbar nach der Zechenschließung im Frühjahr 1997 machten die Musiker der Bergkapelle erst einmal nichts mehr. Alle Bemühungen, das Orchester zu erhalten, schlugen fehl. Der Grund dafür war nicht vorhandenes Geld.

Bis zur Schließung war Sophia-Jacoba für das Orchester aufgekommen und hatte auch die Musiker für Proben und Auftritte bezahlt. Diese Geldquelle versiegte, so dass die Kapelle sich selbst hätte finanzieren müssen, etwa durch die Honorare für Auftritte.

Ein aussichtsloses Unterfangen: „Das wäre schlicht und einfach nicht zu bezahlen gewesen”, erinnert sich Franz-Josef Sonnen, Beisitzer im neuen Verein.

Jetzt ist das anders: Die Musiker spielen kostenlos, alle weiteren Ausgaben will die Bergkapelle durch Auftrittshonorare, Beiträge und Spenden decken. Die Bergkapelle kann auferstehen wie Phönix aus der Asche.

Bereits im Oktober 2001, bei der Einweihung der neuen Barbarastatue an Schacht III, hatten ehemalige Musiker der Bergkapelle zusammen gespielt - schnell wurden alte Erinnerungen wach, wie Detlef Stab beobachtet hat. „Bei der ersten Probe haben sich die Musiker umarmt. Es war ein freudiges Wiedersehen.”

Nach dem Auftritt vereinbarte man, sich weiterhin zu treffen und zu proben. Dann lief alles wie von selbst. Im Sommer 2002 folgte ein Auftritt beim Hückelhovener Schachtfest, seit Herbst des vergangenen Jahres proben die Musiker wieder regelmäßig. Fast 50 von ihnen hat Dirigent Rolf Deckers um sich versammelt, darunter auch fünf junge Musikerinnen, die vor 1997 nicht mit dabei waren.

Die ersten Auftritte der neu formierten Bergkapelle stehen bereits fest, darunter einer beim Hückelhovener Schachtfest am Samstag, 3. Mai. Allerdings will die Bergkapelle überwiegend nur bei Veranstaltungen spielen, die im Zeichen der bergmännischen Tradition stehen.