Kreis Heinsberg: Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche zieht Bilanz

Kreis Heinsberg : Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche zieht Bilanz

Seit Langem zählt die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Heinsberg, die von der Arbeiterwohlfahrt in Kooperation mit der Diakonie betrieben wird, zum festen Bestandteil im Netzwerk der pädagogischen und psychosozialen Versorgung der Bevölkerung im Kreis­gebiet.

Das Beratungsangebot ist gedacht für Menschen mit persönlichen, familiären, entwicklungsbedingten oder schulischen Problemen. 519 Beratungen wurden im vergangenen Jahr in der Einrichtung in Heinsberg an der Westpromenade durchgeführt. Diese Bilanz zog die Diplom-Psychologin und Leiterin der Einrichtung, Christina Kefalidis. Sie führte weiter aus: „Der Beratungsbedarf von Eltern, die in Trennung oder Scheidung leben, steigt stetig. Wir verzeichnen zunehmend hoch konflikthafte beziehungsweise hoch strittige Beratungsaufgaben. Diese Eltern werden zunehmend aufgrund des neuen Familiengesetzes (Paragraf 156) über die Familiengerichte des Kreises Heinsberg an unsere Beratungsstelle verwiesen.“

Für die Diplom-Psychologin ergibt sich daraus das Problem, dass es sich damit nicht um reine Selbstmelder, sondern um „geschickte“, teilweise „unfreiwillige“ Klienten handelt. Die Diskussion über die Frage, nach welchem Konzept mit diesen Eltern und ihren Kindern in den Erziehungs- und Familienberatungsstellen gearbeitet werden sollte, sei in vollem Gange.

Als gleichbleibend erfreulich wurden die Wartezeiten bewertet. Die Beratungen konnten etwa zwei Wochen nach der Anmeldung beginnen. In dringenden Fällen gab und gibt es auch in Zukunft kurzfristige Termine.

Als wesentliche Merkmale der Arbeit wurden Kurzzeit-Beratung und -therapie herausgestellt. So konnten etwa 75 Prozent aller Beratungen schon nach bis zu sechs Kontakten beendet werden. Bei vier Prozent aller Fälle waren mehr als 15 Termine erforderlich.

Die Jahresauswertung der Ergebnisfragebogen zur Ermittlung der Zufriedenheit und des Beratungserfolges ergab wie schon in den Vorjahren ausschließlich bestmögliche Werte. Darüber freute sich das Team mit Christina Kefalidis und mit weiteren vier Diplom-Sozialpädagogen beziehungsweise -Sozialarbeitern, einer Verwaltungskraft und einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin. Mit verschiedenen Maßnahmen wie themenbezogenen Elterncafés, regelmäßigen Sprechstunden und Teilnahme an Veranstaltungen zum Beispiel in Familienzentren soll die Schwellenangst vor einer Inanspruchnahme der Beratungsstelle gesenkt sowie eine Verbesserung der Vernetzung erreicht werden.

Das Team bedankte sich bei allen Personen und Institutionen für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit.