Selfkant-Saeffelen: Beim Singen der Selfkantchöre ist die Kirche zu klein

Selfkant-Saeffelen : Beim Singen der Selfkantchöre ist die Kirche zu klein

Dabei sein ist alles. Der olympische Gedanke gilt auch für das Singen der Selfkantchöre, eine besondere Errungenschaft der Selfkantgemeinde.

So etwas heutzutage noch zuwege zu bringen, ist so gut wie unmöglich. Auch in der Geschichte dieses alljährlichen Chortreffens haben sich große Veränderungen ergeben, nachdem auch die Schwunderscheinungen nicht ausgeblieben sind.

Chöre sterben still und langsam - Zeichen der Zeit. Die am Anfang voller Begeisterung dabei waren, gibt es schon nicht mehr. Aber der Gedanke des Miteinander lebt weiter. In der kleinen Kirche gab es selten so viel Gedränge. Allein die Chöre passten nicht hinein. Trotzdem kamen sie und sangen beherzt, jeder nach seiner Fasson.

Das ist das Reizvolle: Die Chöre, so sehr sie dem Mainstream unterworfen sind, behalten ihre Eigenart. Die Römer hatten einen Grundsatz, der übersetzt lautet: Wenn auch die Kräfte fehlen, so ist doch der gute Wille zu loben. Und den konnte man keinem absprechen, genau so wenig, wie jeder sich nach neuen Kräften sehnt.

Moderator Arno Vraetz war bemüht, jedem das Seine zu sagen, die drei bis vier Stücke kurz zu erläutern, aber auch die mit dem Auftritt verbundenen Leistungen zu würdigen. Pfarrer Schlösser baute andere Hemmungen ab. Das geistliche und weltliche Lied schlösse sich gegenseitig nicht aus, sagte er. Obwohl die Würde der Stätte gewahrt bleibt und das geistliche Lied die Dominanz behielt.

Fast 30 Lieder wurden präsentiert, und trotz des regen Austausches gab es keine Wiederholungen. Das E-Piano diene vielfach dazu, Stütze zu sein und Kräfte zu ersetzen. Für die Mitglieder des Gastgebers St. Luzia der sich der vollen musikalischen „Gesundheit” erfreut, aber voll mit den Vorbereitungen für das anschließende gemütliche Beisammensein beschäftigt war, sprang der befreundete Gastchor aus Breberen ein und war willkommener Teilnehmer in der sonst geschlossenen Runde.

Auch in der Gemeinde Gangelt diskutiert man über ein solches Chortreffen. Singt froh, wir haben Grund zu danken - dass wir überhaupt noch da sind, könnte man den Komponisten John Clarke ergänzen, im Ungewissen, ob er vor 200 Jahren ähnliche Probleme gekannt hat. Breberen blieb in England. John Rutter ist ein Gegenwartskomponist, der es versteht, mit seinen Harmonien und Melodien sowohl den Geist der Zeit, als auch der Sänger zu reflektieren. Darum beneidet man generell die Engländer, die es können, für den Zeitgeschmack zu arbeiten. Von Valentin Rathgeber, einem frommen Benediktiner aus Franken, wusste Vraetz zu berichten, dass er zeitweise im Gefängnis gesessen hat. Trotzdem hielt er viel von der „edlen Musik”.

Der Gesangsverein Schalbruch löste Breberen ab und besang mit Mozart das Mysterium der Wandlung ebenso wie den Wein, der eine Rolle dabei spielt, wenngleich in einem ganz besonderen Sinne. Hastenrath-Süsterseel hält es seit langem mit dem modernen Lied einer Frau und eines Mannes. T. Eichholz-Müller hat es zu Anerkennung als Komponist gebracht, während Jochen Rieger schon ein umfangreiches Repertoire aufzuweisen hat.

Weiter ging´s mit Höngens Kirchenchor beziehungsweise Meisterchor, Wehr und Havert, die, so unterschiedlich sie auch sangen, volle Anerkennung für die Teilnahme bekamen.